Der Traum von Freiheit – Speicherstadt-Saga 3 (Fenja Lüders)

Hamburg, 1925 – 1948

Mina hat es geschafft. Die Firma Kopmann & Deharde – und hier insbesondere Mina als Frau – hat sich einen festen Platz in der Hamburger Kaufmannschaft erarbeitet. Sie wird endlich an der Börse als Händlerin anerkannt (nicht zuletzt durch ihre Heirat mit Frederik von Lohmeyer) und durch das Abkommen mit ihrem Schwiegervater in Guatemala wird das Kontor mit hervorragenden Kaffeebohnen beliefert. Eigentlich könnte alles so schön sein ….. eigentlich ….

Frederik von Lohmeyer betreibt in Berlin einen florierenden Nachtclub und auch wenn Mina und er nur noch eine Ehe auf dem Papier führen, kann Frederik nicht umhin, Mina von den Gerüchten zu erzählen, die in Berlin die Runde machen; der Name Adolf Hitler (damals Vorsitzender der NSDAP) ist in aller Munde und irgendwie schafft der Mann es, seine antisemitische und rassistische Ideologie des späteren Nationalsozialismus in die Köpfe der Menschen zu pflanzen. Langsam aber stetig beginnt die Hetze gegen jüdische Bürger – und sowohl Edo, Minas heimliche große Liebe, als auch Anton, der Mann ihrer Schwester Agnes, sind jüdischer Abstammung. Noch glaubt niemand daran, dass dieser Adolf Hitler mehr als ein „kleines Licht“ werden wird und auch Mina nimmt die gutgemeinten Ratschläge ihres Ehemannes nicht ernst.

Was dann geschieht, ist Geschichte!


„Der Traum von Freiheit“ ist der 3.und letzte Band der Speicherstadt-Saga. Die Geschichte beginnt im Jahr 1925, also einige Jahre später als der 2. Band endet und umfasst die Jahre 1925 bis 1948.

Nachdem Großmutter Hiltrud gestorben ist, hat Mina ihre Schwester Agnes und ihren Mann Anton eingeladen, zu ihr in die Villa zu ziehen. Edo wohnt noch immer in der kleinen Kutscherwohnung und da Mina offiziell mit Frederik von Lohmeyer verheiratet ist, können sie ihre Liebe noch immer nur hinter verschlossenen Türen leben.

Mina ist zwar, was den Kontor und die kaufmännische Seite betrifft, schon immer sehr fortschrittlich und für eine Frau der damaligen Zeit sehr weit voraus, politisch ist sie jedoch (wie so viele andere Deutsche damals) ziemlich naiv unterwegs. Trotzdem lässt sie sich von ihrem langjährigen Freund Heiko und später auch von Edo in politische Aktionen einspannen, die für alle Beteiligten gefährlich sind und harte Konsequenzen nach sich ziehen würden.

Die Bombardierung Hamburgs macht natürlich auch vor der Villa Kopmann nicht halt und die Bewohner der Villa verbringen viele Stunden im Luftschutzkeller. Seitdem das harte Regiment von Hiltrud Deharde geendet hat, verbindet Mina mit ihren Angestellten ein eher freundschaftliches denn herrschaftliches Verhältnis.

Nicht alle Personen überleben, aber nicht jeder stirbt durch den Krieg.

Der Klappentext suggeriert, man würde sich gleich im Kriegsjahr 1940 befinden, dem ist leider nicht so. Das erste Drittel des Buches hat sich deswegen ein wenig zäh gelesen, da nicht wirklich etwas passiert bis zum Ausbruch des Krieges und durch den großen zeitlichen Umfang von 24 Jahren werden zusätzlich einige Charaktere in die Geschichte integriert, die es mir nicht immer leicht machten, den Überblick zu behalten.

Insgesamt ist dieser 3. Band ein gelungener Abschluss für die Speicherstadt-Saga, für mein Empfinden haben die Charaktere in diesem Teil aber sehr an Wärme und Tiefe verloren. Es hätte auch nicht unbedingt 448 Seiten gebraucht um die Saga zum Abschluss zu bringen, einige Längen hätte man durchaus vermeiden können. Trotzdem hat es mir gefallen, Mina und ihre Lieben ein paar Jahre ihres Lebens zu begleiten.

Ich danke der Autorin Fenja Lüders, dem Bastei-Lübbe-Verlag sowie NetGalley für die Überlassung des Leseexemplares. 

  • Mit Anja und Tanja durch die Jahreszeiten: Winter – 59. mit einem Brillenträger
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