Wenn Liebe Wunden heilt (Emily Bold)

Wenn nicht die Liebe unsere Wunden heilt, was dann?

Jede Karriere, die steil nach oben geht, kann auch genau so steil wieder fallen. Genau das ist Brooke Adams passiert. Bis vor ½ Jahr war sie PR-Beraterin auf Profi-Niveau in der Musikbranche, dann bereitete ein Skandal ihrer Karriere jäh ein Ende. 6 Monate lang hat sie das Wahlkampfteam eines Senators in Oregon geleitet, bis ihr das Schicksal die Chance für einen Wiedereinstieg vor die Füße spült. Mit dem YouTube-Video eines Unbekannten aus Alaska in der Tasche wird sie bei ihrem ehemaligen Vorgesetzten Brennan Ward vorstellig und kann diesen davon überzeugen, dass sie es schaffen wird Finn Keller unter Vertrag zu nehmen. Finn ist jedoch nicht ganz so leicht davon zu überzeugen, das er – der Automechaniker im Familienbetrieb – der neue Star am Musikhimmel sein soll und Brooke muss sich richtig ins Zeug legen. Nachdem „Dream Music“ die Vertragssumme verdoppelt hat, unterschreibt Finn den Vertrag. Sein 1. Song geht in den Sozialen Netzwerken richtig durch die Decke und in ganz kurzer Zeit ist Finn Keller ein gefeierter Star. Er lässt jedoch keinen Zweifel darüber offen, dass er das alles nur des Geldes wegen tut und …. wegen Ava.


Mit Brooke und Finn hat die Autorin Emily Bold 2 Charaktere geschaffen, die so unterschiedlich sind, wie Sonne und Mond.

Brooke ist die knallharte Geschäftsfrau, die nichts anderes vor Augen hat als ihren beruflichen Werdegang. Sie ist besessen von ihrem Job und sie würde alles dafür tun, dass sie bzw. Finn eine gute Publicity bekommt. Der Spruch „Dein Arsch gehört mir“, kann es treffender nicht ausdrücken, wie Brooke tickt und Finn dementsprechend vereinnahmt. Wer es jedoch schafft hinter die Fassade von Brooke zu schauen, der findet dort eine Frau, die nichts anderes will als geliebt zu werden.

Finn ist ein bodenständiger junger Mann, der in einem kleinen Ort in Alaska als Automechaniker im Familienbetrieb arbeitet. Er sieht sich weder als Sänger, noch als Star und er weiß auch genau was er will bzw. was er nicht will. Mit Vertragsabschluss hat er jedoch seine Seele verkauft und so muss er in den meisten Fällen tun, was Brooke von ihm verlangt. Er hat jedoch auch seinen ganz eigenen Sturkopf und dann geraten Brooke und er auch schon mal aneinander. Beide merken jedoch anfangs nicht, dass es zwischen ihnen auch ganz gewaltig erotisch knistert, was ihre Zusammenarbeit leider nicht vereinfacht. Es gibt jedoch etwas, das zwischen ihnen steht – die Frage: Wer ist Ava, für die er das alles tut, und wie ist Finn mit ihr verbunden?

Der Schreibstil von Emily Bold ist, wie gewohnt, angenehm und die Geschichte um Brooke und Finn lässt sich flüssig lesen. Obwohl mir die Geschichte gut gefallen hat, so hat mir doch etwas gefehlt, was ich nicht näher beschreiben kann. Mein 1. Buch der Autorin war „Lichtblaue Sommernächte“ und dieses Buch hat mich emotional von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen, so dass ich auch hier genau nach diesen Emotionen gesucht aber leider nicht gefunden habe. Auch fehlte den erotischen Passagen etwas Tiefgang. Manche Szene empfand ich als oberflächlich und emotionslos.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Brooke und Finn und durch den Perspektivwechsel ist man immer direkt mit den Gedanken der jeweiligen Person vertraut. In einem Liebesroman ist der Schluss für den Leser vorhersehbar, trotzdem war es interessant den Weg von Brooke und Finn zu verfolgen, bis sie sich am Ende dann doch bekommen.

An manchen Stellen hätte ich Brooke bzw. ihren Chef Brennan gerne geschüttelt, in Anbetracht der Tatsache, wie sie mit Finn umgegangen sind. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es gerade in der Musikbranche genau so zugeht, wie die Autorin hier beschrieben hat und man – ob man will oder nicht – die Rechte an seinem Körper verkauft. Man hat einen Vertrag zu erfüllen, ungeachtet der eigenen Befindlichkeiten, und wenn man keinen Manager hat, der bereit ist über Leichen zu gehen, ist man wahrscheinlich nur eine kurz aufleuchtende Sternschnuppe und genau so schnell wieder vom Firmament verschwunden, wie man aufgetaucht ist.

Alles in allem hat mich „Wenn Liebe Wunden heilt“ gut unterhalten, mir hat jedoch etwas gefehlt, was für mich die Geschichte hätte rund werden lassen. Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Büchern, die ich von Emily Bold gelesen habe, hat mich dieses leider nicht so ganz überzeugen können.

[LtaM 2019] Buch mit mehr als 300 Seiten ~ 2,00 €

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Saturday sentence #42

Saturday sentence ist eine Aktion, die ich bei Lesefee gefunden habe.

Ein kleines Buchspielchen für alle die teilnehmen möchten:

1. Nimm deine aktuelle Lektüre.
2. Gehe auf Seite 158 und zähle bis Satz 10 und teile uns so mit, wie dein Saturday sentence lautet.


„Alex nickte, hin und her gerissen zwischen der Hoffnung, dass das nicht nötig sein würde, und dem flauen Gefühl in ihrem Herzen, das sie von vornherein verspürt hatte und das nun zu einem dumpfen Kummer angewachsen war.“

„Der Klang Deiner Liebe“ – Noa C. Walker
Leserunde „Literaturschock.de“


Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

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Mittendrin Mittwoch #76

Mittendrin Mittwoch

Diese Aktion wurde von elizzy91 von READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Beim „Mittendrin Mittwoch“ geht es um Zeilen aus dem Buch/den Büchern, in denen man gerade drinnensteckt.

Ich hänge noch immer in „Das Paket“ fest. Das liegt aber weniger am Buch als viel mehr daran, dass das Real Life momentan sehr trauerbehaftet ist. Nachdem im November mein Vater gestorben ist, tragen wir nächste Woche meinen Schwager zu Grabe. Lesen ist eher Nebenbeschäftigung zur Zeit. :-(


Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ..


„Sie prüfte noch einmal, ob ihr Verband an Ort und Stelle war. Atmete in ihre Hand, um zu testen, ob ihr Atem so schlecht roch, wie der Geschmack in ihrem Mund sich anfühlte, und sah das rote Licht. Eine kleine Diode, direkt auf dem Display ihres Haustelefons neben der Ladestation. Es zeigte an, dass der Apparat bald aufgeladen werden musste“. „Ich habe doch kein Geld, ich gehe nicht ins Gefängnis, niemals“, hörte sie Palandt in ihrer Erinnerung schreien. Dann musste sie an die Leiche in der Biotonne denken, auch eine Unstimmigkeit.

„Das Paket“ / Sebastian Fitzek

Seite 251


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Mittendrin Mittwoch #75

Mittendrin Mittwoch

Diese Aktion wurde von elizzy91 von READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Beim „Mittendrin Mittwoch“ geht es um Zeilen aus dem Buch/den Büchern, in denen man gerade drinnensteckt.

So, heute habe ich auch mal wieder einen Beitrag zum „Mittendrin Mittwoch“. Nachdem ich immer wieder darüber stolpere, wie toll die Fitzek-Bücher doch sind, habe ich mir „Das Paket“ aus meinem SuB genommen und vorgestern damit begonnen. Ich bin jetzt kurz hinter der Stelle, an der Emma das mysteriöse Paket für ihren „Nachbarn“ angenommen hat und mich muss gestehen, bis jetzt hat die Geschichte mich noch nicht einfangen können. Ich finde die bisherige Geschichte rund um Emma schon so schräg, dass ich noch nicht weiß, ob mir das tatsächlich gefällt. Wir werden sehen ……


Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.

Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.

Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ..


„Samson, komm schon“, rief Emma erneut, noch lauter und energischer. Der Gedanke an ein Mobiltelefon, das auf dem Dachboden über ihr läutete, war beängstigend. Die unweigerlich damit einhergehende Feststellung, dass es jemandem gehören musste, trieb Emma an die Schwelle zur Panik. Und diese überschritt sie in dem Moment, als nur wenige Meter von ihr entfernt die Tür des Badezimmers zuschlug.

„Das Paket“ / Sebastian Fitzek
Seite 101


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[Challenge] Flow-Challenge #44

flow

Auf der Suche nach etwas sonntäglichem Blog-Input, bin ich bei Nana – Der Bücherblog über die Flow-Challenge gestolpert.

Es gibt da ein Magazin mit Namen „Flow“, in dem sich immer irgendwelche Extras befinden. Vor kurzem war es das kleine Buch „1000 Fragen an Dich selbst“.

Lange gab es keinen neuen Beitrag mehr zur Flow-Challenge, das möchte ich in 2019 wieder ändern. Also freut Euch auf ein paar neue und persönliche Informationen von mir.

Die Fragen von heute findest Du in Nana’s Flow-Challenge #52

Heute beantworte ich die Fragen 431 – 440

431. Verliebst Du Dich schnell?

Definitiv – NEIN! Ich kann es auch nicht nachvollziehen, wenn Menschen sich von X Partnern trennen und bei jedem von ihrer großen Liebe reden. Ich verliebe mich nicht schnell, das ist bei mir ein langer Weg – aber wenn es mich erwischt hat, dann liebe ich mit Haut und Haaren. 

432. Woran denkst Du, bevor Du einschläfst?

Oft an meinen Sohn, der 80 km weiter in seiner Studentenbude haust und ich hoffe, dass es ihm gut geht. Ansonsten denke ich nicht sehr viel, da ich ja einschlafen möchte. Tagesereignisse, egal ob gut oder schlecht, nehme ich meist nicht mit ins Bett. Ich konnte schon immer gut abschalten vom Tagesgeschäft. Leider gelingt das nicht immer, aber doch oft.

Die Frage „Warst Du schon einmal in eine (unerreichbar) berühmte Person verliebt? habe ich in meiner Flow-Challenge #33 beantwortet, deswegen hier eine andere Frage:

433. Um wieviel Uhr stehst Du in der Regel auf?

Da wir selbständig sind und das Geschäft im eigenen Haus habe, kann ich recht lange schlafen. Wir öffnen um 09.00 Uhr und ich brauche nicht sehr lange im Bad, also reicht 08.00 Uhr aus. 

434. Was ist Dein Traumberuf?

Ursprünglich wollte ich Pferdewirtin werden. Leider gab es damals nur 1 freie Lehrstelle in Schleswig-Hostein und das war mir definitiv zu weit von zu Hause weg. Ich war damals noch unter 18 und ich wäre vor Heimweh gestorben. 

435. In welchem Laden möchtest du am liebsten mal eine Minute lang gratis einkaufen?

Ich weiß es nicht – in 1 Minute kann man nicht viel kaufen. Vielleicht beim Werksverkauf von HARIBO :-D

436. Welche übernatürlichen Kraft hättest Du gern?

Mich in sekundenschnelle von einem Ort zum anderen transportieren zu können. Meine Mutter wohnt 80 km weit weg, mein Sohn ist 80 km in die andere Richtung entfernt. Freundinnen wohnen teilweise mehr als 700 km weit weg … 

437. Wann wärst Du am liebsten im Erdboden versunken?

Ich erinnere mich jetzt nicht an ein unmittelbares Erlebnis. Aber es gab ganz sicher schon Situationen, in denen ich am liebsten unter die Grasnarbe gesunken wäre. 

438. Wie flexibel bist Du?

Ich bin eigentlich sehr flexibel – sofern meine Flexibilität nicht andere Leute in ihrem Tun einschränkt oder behindert. 

439. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gern magst?

Marmorkuchen auf  einem Butterbrot oder Crème fraîche auf einem Brot mit Nusspli.

440. Was tust Du, wenn Du in einer Schlange warten musst?

Ich bin ein sehr geduldiger Mensch, was sich auch beim Warten in der Schlange zeigt. In der Regel bin ich entspannt – es sei denn, ich bin unter Zeitdruck. Dann wird wohl jeder hibbelig.

Das waren die Fragen 431 – 440 von 1.000

Vielleicht möchtest Du die Challenge ja auch gerne mit auf Deinen Blog nehmen?! Dann schreib mir einen Link in die Kommentare, damit ich bei Dir vorbeischauen kann – und bitte, verlinke auch Nana – Der Bücherblog.

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Das große Mix-Kochbuch für die Familie© (Daniela und Tobias Gronau)

Klappentext:

Unkompliziert, schnell und gleichzeitig gesund für die Familie kochen? Das ist ein Kinderspiel für unsere Lieblingsküchenmaschine. Über 100 Thermomix®-Rezepte für TM5 und TM31 bieten Klassiker und neue Ideen für den turbulenten Alltag und gemütliche Sonntage. Einfache Gerichte zum Mitmachen für die Kleinen sorgen für mehr Familienzeit. Praktische Leckereien für viele Esser ermöglichen endlich entspannte Kindergeburtstage und Familienfeste. Und auch am Grill erweist sich der Thermomix® als perfekter Partner. Kinderleicht thermomixen!

100 weitere Rezepte, geeignet für den TM5 und TM31

Am 21.05.2018 erschien ein neues Kochbuch für die Liebhaber des Thermomix. Mit über 100 neuen Rezepten und einer „Grill-Spezial“-Rubrik lassen die Autoren Daniela und Tobias Gronau den interessierten TM-Benutzer an ihren neuesten Kreationen teilhaben. Mir hat schon „Das große Kochbuch für den Thermomix“ sehr gut gefallen (und es wird rege ge- und benutzt) und auch in ihrem neuesten Werk haben die Autoren wieder sehr schöne Rezepte zusammengetragen.

Wie auch schon beim vorhergehenden Kochbuch befassen sich die ersten Seiten mit dem Thermomix selbst, also den Bestandteilen des Gerätes, den Funktionen und es gibt Tipps und Tricks zur Reinigung und zu den Rezepten.

Die Kategorien unterteilen sich in Frühstück, Schnelle Küche, Wochenendeküche, Familienfeste, Kindergeburtstage, Grill-Spezial und als EXTRAs gibt es die Rubriken Salate, Babybreie und Marinaden & Co.

Ich habe mir für die Bewertung des Buches wieder ein paar Rezepte ausgesucht:

Erdbeer-Joghurt-Smoothie“ – Seite 19 – Frühstück aus dem Thermomix

Die einzige Anmerkung, die ich zu diesem Rezept habe, ist der enthaltene Zucker. Der Smoothie enthält (auf 4 Portionen) 80 g Zucker, den habe ich weg gelassen. Über Honig hätte ich mit mir reden lassen, Zucker im Smoothie geht (für meine Begriffe) gar nicht. Leider. Ansonsten war die Zubereitung einfach und nach Anleitung.

Gnocchi mit Pilzsauce“ – Seite 103 – Wochenendküche aus dem Thermomix

Für die Gnocchi:

Wenn man zum 1. Mal Gnocchi selbst macht, dann kommt man evtl. nicht mit der angegebenen Vorbereitungszeit hin, denn wem gelingt schon beim 1. Versuch alles gleich richtig? Die Anleitung war auf jeden Fall verständlich und das Ergebnis war lecker. Kann man die selbstgemachten Gnocchi eigentlich einfrieren??

Für die Sauce:

Ehrlich – einfach, schlicht und zum Niederknien!! Wir haben wirklich innerhalb weniger Tage 2 x diese Sauce gegessen. Einmal mit Geschnetzeltem und einmal mit Kotelette. Da wir gerne und viel Sauce essen, hatte ich beim 2. Mal die Menge verdoppelt und die Garzeit etwas nach oben angepasst.

Butterbier – Seite 91 – Schnelle Küche aus dem Thermomix

Als eifriger Harry-Potter-Leser konnte ich mir nicht entgehen lassen, dieses „Bier“ zu kosten. Leider war ich ein wenig enttäuscht, denn das Malzbier geht – meiner Meinung nach – geschmacklich total unter. Wenn ich es weggelassen hätte, wäre es wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Mir persönlich war es nach 4 Minuten bei 80°C noch nicht warm genug, ich habe die Garzeit einfach nach oben korrigiert. Das ist aber tatsächlich reine Geschmackssache und individuell verschieden.

Thunfischsauce – Seite 59 – Schnelle Küche aus dem Thermomix

Auch dieses Rezept konnte exakt nach Anleitung nachgekocht werden und hat uns allen geschmeckt. Für mich als Saucenfan war diese Sauce eher so wie „Stampf“, also es ist keine flüssige Sauce. Ich habe die Menge an Sahne ein wenig erhöht, wobei ich Sahne in Rezepten generell durch Alpro Soja Cuisine ersetze, weil ich Sahne aus Kuhmilch nicht vertrage (und auf die Kalorien gut verzichten kann).

Alles in allem kann ich sagen, dass mich das Kochbuch wieder einmal vollkommen überzeugt hat. Die Autoren machen sich viel Mühe mit der Auswahl ihrer Rezepte, denn es finden sich auch hier nicht nur Klassiker in der hundertsten Variation. Natürlich gibt es auch ein Rezept für „Spaghetti Carbonara“ und „Heiße Schokolade“, die sind aber in der Minderheit. Vielmehr finden sich Rezepte à la „Kürbisnudeln mit Fleischsauce“ oder „Steaks mit Chimichurri“ (das werde ich als nächstes testen, denn auf die Steak aus dem Gareinsatz bin ich mega gespannt).

Auch in diesem Buch sind die Rezepte sowohl für den TM5 als auch für den TM31 geeignet. Der Mixtopf des TM5 ist um 200 ml größer als der des TM31. Die Rezepte sind aber lt. „Anleitung zum Arbeiten mit dem Thermomix“ für beide Modelle geeignet.

Ich habe noch einige post-it-Zettel im Buch kleben und ich bin sicher, dass ich/wir von den Ergebnissen nicht enttäuscht sein werden. Für die Liebhaber der TM-Küche ist das Kochbuch garantiert kein Fehlkauf.

Herzlichen Dank an das Randomhouse-Bloggerportal und dem Südwest-Verlag, für die Zurverfügungstellung dieses Buches zu Rezensionszwecken.

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Das wilde Herz des Westens (Alexandra Fischer)

Ziel: Madison Valley/Montana

Phoebe Ann Harrington hat eine große Leidenschaft: Sie liebt Wild-West-Groschenromane. Wenn sie in diesen Geschichten versinkt, stellt sie sich immer vor, wie es sein würde ihre Heimat zu verlassen und Richtung Westen zu gehen. Nachdem der Amerikanische Bürgerkrieg 1865 endlich zu Ende ist, sieht Phoebe ihre Chance gekommen, diesen großen Traum zu verwirklichen. Ihr Vater ist tot, ihre Mutter hat einen neuen Mann an ihrer Seite und nichts hält Phoebe mehr in Ellicott’s Mills in Maryland. Sie meldet sich auf die Heiratsannonce eines jungen Mannes, der nach Montana übersiedeln möchte, um dort – auf eigenem Grund und Boden, gemäß des 1862 in den U.S.A. in Kraft getretenen Heimstättengesetzes* – ein neues Leben zu beginnen. Sie überredet ihre Freundin Briana Magee sie zu begleiten und kurz darauf reisen die Frauen nach Stilesville, um dort Phoebes zukünftigen Ehemann Silas Kennedy zu treffen. Von dort aus machen sie sich – gemeinsam mit seinem Bruder Jesse, dessen Frau Frances, seiner Mutter Esther und seinem kleinen Bruder Albert – auf den Weg nach Montana. Noch weiß niemand, welchen Gefahren sie unterwegs ausgesetzt sein werden. Findet Phoebe im Westen das, was sie ihr junges Leben lang gesucht hat?


„Das wilde Herz des Westens“ ist das zweite Buch aus der Feder von Alexandra Fischer, welches ich schon vor dem Veröffentlichungstermin lesen darf. Für dieses in mich gesetzte Vertrauen möchte ich mich an dieser Stelle zuerst einmal ganz herzlich bedanken. Ich bin zutiefst gerührt von dieser Geste und ich habe erneut, genau wie bei Der Traum vom Horizont ein Buch vorgefunden, das mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat. Auf satten 502 Seiten, die sich in 24 Kapitel sowie Prolog und Epilog aufgliedern, begleitet der Leser die Protagonisten auf ihrer Reise, die am 17.07.1864 in Ellicott’s Mills in Maryland beginnt und mit dem Eintreffen in Madison Valley in Montana am 05.10.1865 endet. Für mich hätte die Geschichte gerne noch weitergehen dürfen. Es fiel mir sehr schwer, mich in Montana von liebgewonnenen Charakteren zu verabschieden.

Im Prolog erfährt der Leser die Hintergründe, warum die Irin Briana Magee mit 7 Jahren im Hause von Elkhanah Harrington aufgenommen und wie eine Schwester der 8jährigen Phoebe Ann aufgezogen wird. Die Beiden werden im Laufe der Jahre zu dicken Freundinnen. So ist es nicht verwunderlich, dass Phoebe – nachdem der Krieg zu Ende ist, in dem beide als Krankenschwestern gearbeitet haben – nicht ohne ihre Freundin Briana nach Montana gehen möchte. Briana findet die Idee ihrer Freundin, einen fremden Mann zu heiraten, einfältig, willigt dann aber ein Phoebe zu begleiten.

Den 1. Teil ihrer Reise legen die beiden Frauen mit unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln zurück. Von Ellicott’s Mills nach Pittsburgh, dann über Fort Wayne nach Springfield und weiter nach Quincy am Mississippi River per Zug, von dort aus flussaufwärts mit dem Schaufelraddampfer nach Keokuk/Iowa und schlussendlich mit der Kutsche von Keokuk nach Stilesville/Iowa, wo Phoebe von ihrem zukünftigen Ehemann Silas Kennedy erwartet wird. In Keokuk passieren 2 Dinge: Briana wird auf einen Steckbrief aufmerksam, in dem die Kennedy-Brüder wegen Mordes gesucht werden und Sie lernen das Ehepaar Frank und Mary Sheenan aus Irland kennen. Die Tatsache, dass ihr zukünftiger Mann einer der per Steckbrief gesuchten Mörder sein soll, wird von Phoebe schlichtweg ignoriert und Frank und Mary kommt im Laufe der Geschichte eine ganz besondere (aber weniger schöne) Rolle zu.

Von Keokuk aus geht die Reise nach Montana nun endlich richtig los, was Phoebe schon ziemlich bald auf den Boden der Tatsachen zurückholt und der Blick durch die rosarote Brille weicht schon bald der harten Realität. In ihren Groschenromanen war alles immer so romantisch. Niemals wurde auch nur mit 1 Wort erwähnt, wie das Leben und Reisen mit und in einem Planwagen abläuft. Man schläft mit vielen Leuten auf engstem Raum, kocht im Freien, wäscht sich an Bach- und Flussläufen, im schlimmsten Falle aus dem Eimer, oder auch mal gar nicht, und wenn man ein Geschäft verrichten muss, dann tut man das am Wegesrand oder hinter irgendwelchen Büschen, sofern vorhanden. Kühe und Hühner werden mitgenommen, damit man Milch und Eier hat und wer Hunger hat, muss auch ab und an mal auf die Jagd nach etwas essbarem gehen. Von Romantik und Abenteuer keine Spur – hier ist man auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen und diese Art der Fortbewegung ist harte Arbeit und gefährlich. So hat sie sich das nicht vorgestellt.

Phoebe entwickelt sich sehr schnell zu einer unleidlichen Reisegefährtin, der alles zu viel ist und sie überlässt das Arbeiten mit gutem Gewissen den Anderen. Einmal ist es ihr zu warm, einmal zu kalt, einmal ist der Himmel zu blau, einmal zu grau …. immer passt irgend etwas nicht in ihr Weltbild und sie verbringt die größte Zeit des Tages auf dem Planwagen, während alle anderen mit irgend etwas beschäftigt sind. Auch die Annährung an ihren Ehemann entspricht nicht unbedingt ihren Träumen und Wünschen, aber das kann sich ja noch ändern, denn man muss sich ja auch erst einmal kennenlernen. Sie macht es Silas jedoch in keinster Weise einfach.

Die Brüder Silas und Jesse könnten nicht unterschiedlicher sein. Dass sie per Steckbrief gesucht werden ist Fakt. Der Leser weiß aber, im Gegensatz zu Phoebe und Briana, warum und was überhaupt passiert war. Silas zieht sich aufgrund seines Verhaltens und seiner Aussagen Phoebe gegenüber nicht unbedingt meine Sympathie zu. Trotzdem kann ich sein Handeln verstehen und nach und nach kann ich mich auch mit ihm anfreunden.

Sein Bruder Jesse versucht permanent die Familie zusammenzuhalten, den Treck zu führen und er kommt ganz oft ruppig und raubeinig rüber, aber er hat die berühmte harte Schale um einen wirklich weichen Kern. Welchen Deal er mit seine Frau Frances hat, die eine ehemalige Prostituierte ist, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Frances ist ehrlich, gerade heraus und wirklich sympathisch. Zumindest für mich – Phoebe kommt nicht ganz so gut mit ihr klar, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Hure handelt.

Im Gegensatz zu Phoebe blüht Briana auf dieser Reise richtiggehend auf. Sie lernt (unfreiwillig schnell) reiten und schießen (womit sie ihre Freundin Phoebe entsetzt) und sie ist sich für keine Arbeit, die gemacht werden muss, zu schade. Aufgrund ihrer irischen Herkunft wird sie von Jesse anfangs nicht sehr freundlich behandelt und sie muss sich seinen Respekt und seine Anerkennung hart erarbeiten. Für mich ist Briana die wirkliche Heldin des Romans, denn sie ist die typische Pionierfrau, die sich den Herausforderungen des Lebens entgegenstellt und nicht, wie ihre Freundin Phoebe, die Augen vor allem verschließt was sie nicht sehen möchte und sich hinter anderen versteckt.

Dann gibt es eben noch Frank, der zufällig und unfreiwillig aufgrund seiner irischen Herkunft in eine Situation gerät, aus der er sich nicht alleine befreien kann. Seine Frau wird als Druckmittel benutzt und so muss Frank tun, was von ihm verlangt wird. Seinen Lebenslauf erfährt der Leser häppchenweise und ganz nebenbei noch ein wenig irische Geschichte.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Historische Romane haben selten viel Spannung, aber diese Geschichte hat mich wirklich von Anfang bis Ende gefesselt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie viele Menschen damals „auf der Flucht“ waren um mit einem wildfremden Menschen an der Seite in einem anderen Teil des Landes ein neues Leben zu beginnen. Ohne zu wissen, was einen dort erwarten wird und ob man seine neue Heimat überhaupt lebend erreichen wird. Denn nicht alle Figuren, denen wir am Anfang des Buches begegnen, erreichen Montana auch wirklich.

Ich habe 2018 viele gute Bücher gelesen, manche hätten auch mehr als 5 Sterne verdient (im Vergleich mit anderen 5-Sterne-Büchern), aber dieses Buch hier hat definitiv viel mehr Sterne verdient. Das war mein Jahres-Highlight 2018 und ich bin sicher, dass ich „Das wilde Herz des Westens“ in naher Zukunft noch ein 2. Mal lesen werde.

* Heimstättengesetz/Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Homestead_Act

Der Homestead Act (deutsch auch Heimstättengesetz) ist ein 1862 in den USA in Kraft getretenes Bundesgesetz zum Landerwerb, das die einzelstaatlichen Regelungen ergänzte und weitere Rechtssicherheit für die Squatters schuf.

Es erlaubte jeder Person über 21 Jahren, sich auf einem bis dahin unbesiedelten Stück Land niederzulassen, sich ein 160 Acre (etwa 64 ha) großes Land abzustecken und zu bewirtschaften. Nach einer Dauer von fünf Jahren wurde der Siedler dann zum Eigentümer. Diese Frist konnte durch Bezahlen von 1,25 US-Dollar pro Acre Land (insgesamt also 200 US-Dollar) auf sechs Monate verkürzt werden.

Das Gesetz wurde am 20. Mai 1862 von Präsident Lincoln unterzeichnet.

Dieses Buch hat definitiv mehr als 5 Berner verdient !! 

[LtaM 2019] Buch mit 500 Seiten – 3,00 €

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[Über den Weg gelaufen] Verletzlichkeit

Die Menschen, die uns nahestehen, haben die Macht, uns großen Schmerz zuzufügen“, sagte er kühl. Je glücklicher man ist, je mehr man sein Herz für andere Menschen öffnet, umso verletzlicher ist man. Umso mehr hat man zu verlieren. Und umso tiefer sind die Wunden, die man mit sich trägt, weil man verdammt noch mal einfach nichts kontrollieren kann!“

Emily Bold – Wenn Liebe Wunden heilt
Position 1066/4140 (26 %)

Über den Weg gelaufen – Wörter, Sätze und Gedanken, die mir über den Weg gelaufen sind – in mich hinein geknallt und nicht mehr aus meinen Kopf wollten. Wörter aus Liedern, Sätze aus Büchern, ausgesprochene Gedanken anderer Menschen, flüchtig gesagte Worte, schwarz auf weiß geschriebenes – alles mitten aus dem Leben.

Die Aktion ist von Nanacara und ich darf sie freundlicherweise auch auf meinem Blog durchführen.

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Mittendrin Mittwoch #74

Mittendrin Mittwoch

Diese Aktion wurde von elizzy91 von READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Beim „Mittendrin Mittwoch“ geht es um Zeilen aus dem Buch/den Büchern, in denen man gerade drinnensteckt.

Eigentlich hatte ich dieses Buch schon am 12. Dezember begonnen. Leider musste ich es nach hinten schieben. Jetzt aber …. :-)


Als Brooke und Fynn sich begegnen, treffen zwei Welten aufeinander …

Für Brooke Adams steht alles auf dem Spiel. Und Gefühle für einen Musiker kann sie sich gerade im Moment nun wirklich nicht leisten. Denn nach einem Skandal, der ihre Karriere als PR-Profi schlagartig beendet hatte, braucht sie ein Wunder, um sich wieder in der Musikbranche zu etablieren. Vielleicht ein Wunder, wie Fynn Keller.

Der unbekannte, aber stimmgewaltige Mechaniker aus Alaska überzeugt in einem Internetvideo – nicht nur mit einer einmaligen Stimme und einem tollen Look, sondern auch mit einem gefühlvollen Song über Wunden verursacht durch die Liebe.

Aber kann der plötzliche Hit auch die Wunden heilen, die Brooke mit sich herumträgt? Und für wen hat Fynn den Song geschrieben, der ihm jetzt die unerwartete Chance auf ein glitzerndes Leben im Scheinwerferlicht bietet, in dem nichts echt zu sein scheint? Nichts, außer dem Knistern, das vom ersten Moment an zwischen den beiden existiert.


„Heather räusperte sich verlegen, und Brooke vermutete, dass sie sich gerade an das letzte Mal erinnerte, als Brooke hierhergekommen war. Oder vielmehr an ihren spektakulären Abgang … „Bitte Heather“, flehte Brooke leise und fuhr sich hilflos durch die feuchten Haare.“

„Wenn Liebe Wunden heilt“ / Emily Bold
Seite 2

Vorableseexempar von NetGalley
#WennLiebeWundenHeilt #NetGalleyDE

Dieses Buch erscheint am 12.02.2019 und ich darf es vorab schon lesen ♥


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Nebenan funkeln die Sterne (Lilly Adams)

Mehr Schein als Sein

Nach ihrer gescheiterten Beziehung kehrt Emma ihrer Heimat Regensburg den Rücken. Um möglichst viel Raum zwischen sich und Simon zu bringen, zieht sie nach London in die 1-Zimmer-Dachgeschosswohnung ihrer Tante. Aufgrund eines Vorfalles, der letztendlich auch zur Trennung von Simon geführt hat, leidet Emma unter einer Art Agoraphobie, sie hat Angst vor die Türe und unter Menschen zu gehen. Heutzutage – im Zeitalter der weltweiten Vernetzung via Internet – ist es tatsächlich kein großes Problem, tage-/wochen-/monatelang seine Wohnung nicht verlassen zu müssen. Einkäufe erledigt Emma online, gebracht wird die Ware per Lieferservice bis zur Wohnungstüre und ihr Geld verdient sie damit, Web-Siten für Firmen zu erstellen. Emma arbeitet nachts und schläft tagsüber und ihre Sozialkontakte pflegt sie über Instagram, wo sie mehrere tausend Follower hat. Ein paar Bilder, ein wenig Photoshop – das Profil von „Em_dreams“ quillt über von tollen Fotos und zeigt ein perfektes Leben, das es jedoch in Wirklichkeit so gar nicht gibt. Als in der Nachbarwohnung ein neuer Mieter einzieht und Emma sich fortan die Dachterrasse mit Nathan Burberry teilen muss, kommt sie ganz langsam aus ihrem Schneckenhaus wieder heraus. Noch weiß sie nicht, dass auch Nathan seiner Umwelt stellenweise ein Fake-Profil präsentiert.


Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil ich (Jahrgang 1965) eine sehr kritische Einstellung zum Umgang mit den „Social Media“ habe. Natürlich nutze auch ich ein Smartphone, habe Accounts bei Instagram und Facebook, aber ich glaube, dass ich ein gesundes Nutzerverhalten an den Tag lege. Wenn ich mir die Jugendlichen aus meinem direkten Umfeld so anschaue, dann irritiert es mich immer wieder, wie wenig reale Kontakte sie haben – ihr Leben findet online statt und sie finden das toll. Statt einem Telefonat schreibt man sich lieber WhatsApp-Nachrichten und private Informationen teilt man auf Instagram, Facebook & Co. mit seinen „Followern“, wer auch immer sich dahinter verbergen mag. Man liegt stundenlang im Bett, mit dem Handy in der Hand und in der Anonymität des Netzes kann man sich durchaus ein Leben aufbauen, das man gerne hätte – aber nicht haben wird – und niemandem fällt es auf, dass man seit Tagen seine Wohnung nicht verlassen hat.

Emma hat sich genau so ein Leben aufgebaut. Sie lebt alleine in ihrer 1-Zimmer-Wohnung und man könnte das Gefühl haben, dass sie sich dabei eigentlich – bis auf einige wenige Ausnahmen – ganz wohl fühlt. Sie plant ihren Tag per Bullet-Journal und wenn ihr die Decke auf den Kopf fällt, loggt sie sich bei Instagram ein, verteilt ein paar Herzchen und Kommentare auf den Seiten der Menschen, denen sie folgt. Für ihre eigene Seite retouchiert sie alte Fotos, pimpt sie mittels Photoshop auf und suggeriert ihren Followern, dass sie unterwegs gewesen wäre. Zum Beispiel postet sie ein Foto vom Strand/Meer mit dem Hinweis „Herrliches Wochenende an der Küste verbracht“; in Wirklichkeit ist das Foto 1,5 Jahre alt und Emma hat am Wochenende natürlich keinen Schritt vor die Türe gemacht.

Durch ihre große Zahl an Followern dauert es immer nur kurze Zeit bis einer ihrer Beiträge kommentiert wird und dadurch fühlt Emma sich lebendig und „von Freunden umgeben“. Mit einer Hand voll Followern hat Emma sogar eine etwas engere Beziehung; man schreibt sich private Nachrichten aber sobald es auf ein Treffen hinausläuft, fällt Emma immer irgend etwas ein, warum sie zu diesem Treffen nicht kommen kann. Selbst ihrer Familie kann sie seit fast 2 Jahren erfolgreich etwas vorspielen und ihre Schwester Jana immer wieder von einem Besuch bei ihr abhalten.

Dem Leser wird zwar klar, dass Emma ein Problem damit hat unter Menschen zu gehen und am Leben teilzunehmen, das direkt vor der Haustüre stattfindet, es wird jedoch erst im Laufe der Geschichte offenbart, warum das so ist. Für mich steht das Verhalten von Emma in keinem Verhältnis zu dem Vorfall, der sie dazu veranlasst hat, sich in ihr Schneckenhaus zurückzuziehen. Emma zeigt für mich auch nicht die typischen Anzeichen eines Menschen der unter Panikattacken leidet, wenn er seine sichere Wohnung verlässt, sie fühlt sich unwohl, hat ein wenig Herzklopfen, mehr aber auch nicht. Sie ist durchaus in der Lage einkaufen zu gehen, wenn alle anderen Optionen versagen.

Zudem frage ich mich permanent, warum man seiner Umwelt solche Fake-Nachrichten zukommen lassen muss. Klar, man fühlt sich gut, wenn man positive Bewertungen/Kommentare bekommt, aber fällt man nicht anschließend automatisch wieder in ein Loch, wenn einem bewusst wird, dass das Leben gar nicht so rosarot ist, wie man es nach außen darstellt? Macht man sich so seine eigene Depression nicht selbst?

Als Nathan neben Emma einzieht, weiß dieser natürlich nichts von ihren Ängsten und ihrem „Doppelleben“ und er lädt sie öfter mal ein; zum Grillen, zum gemeinsamen Sitzen auf der Dachterrasse, zum Kaffee trinken …. Da Emma nicht immer „Nein“ sagen kann, schafft sie es nach und nach sich wieder dem richtigen Leben zu öffnen und in die Normalität zurückzufinden.

Ein Roman ist natürlich nicht vollständig, wenn nicht auch ein Quentchen Liebe darin vorkommt aber die Romanze zwischen Emma und Nathan braucht viel Zeit und Raum um sich zu entwickeln und wird dann von einem Ereignis überschattet, das Nathan schon lange bevor er Emma kennenlernte geplant hat. Auch Nathan hat eine Vergangenheit, mit der er abschließen muss.

Der Charakter von Emma hat sich mir leider nicht erschlossen, ich konnte mich eher mit Nathan identifizieren, ihn fand ich richtig sympathisch. Auch Nilla, die Inhaberin eines Schreibwarenladens, kam beim Lesen sehr sympathisch rüber und Emma schlägt sich ihretwegen stellenweise mit Eifersucht herum. Und dann ist da noch Britney, die als „BritMom“ in Instagram unterwegs ist und mit der sich Emma dann doch irgendwann im Laufe der Geschichte noch trifft. Auch sie wird sehr authentisch dargestellt.

Im ersten Drittel des Buches gibt es nur Emma und ihre Befindlichkeiten, im zweiten Drittel kommt Nathan dazu und meiner Meinung nach kommt das Buch erst im letzten Drittel so richtig in Fahrt, als Emma sich wieder dem wirklichen Leben widmet und offen ist für ihre Umwelt. Die Geschichte ist komplett aus der Sicht von Emma erzählt, der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen, mir fehlt aber irgendwie etwas, was mich mitreißt. Ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, um das Buch zu Ende zu lesen.

Alles in allem eine nette und vorhersehbare Geschichte, die mich aber leider nicht nachhaltig begeistern konnte.

[LtaM] Buch mit mehr als 300 Seiten – 2,00 €

Da ich dieses Buch 2018 gelesen habe, nehme ich es auch noch in die [LtaM]-Auswertung von 2018 rein.

Veröffentlicht unter LYX, Netgalley, Rezension | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen