Neuanfang in Angel’s Cove (Kerstin Sonntag)

In jedem Ende liegt ein neuer Anfang

Zwischen Samantha (Sam) Carrigan und ihrem Ehemann Ethan läuft es gerade nicht ganz so gut. Die Beiden haben vor kurzem ihr (ungeborenes) Baby verloren und jeder fühlt sich gerade vom Anderen unverstanden. Sam wünscht sich mehr Nähe und Trost, Ethan möchte mehr Freiraum. Aus diesem Grund beschließt Samantha, sich eine Auszeit zu gönnen. Sie besinnt sich ihrer Collegefreundin Melissa, die im wunderschönen Angel’s Cove, an der Küste Maines, lebt und kontaktiert sie, um ein paar Tage bei ihr zu verbringen. Bei Melissa kann Samantha jedoch nicht wohnen, deswegen fragt diese ihren Bruder Cole Walker, ob ihre Freundin in seinem Haus wohnen kann, während er selbst wegen einer beruflichen Sache ein paar Tage in New York sein wird. Sam zieht in das Haus ein und es kommt wie es kommen muss: Coles Geschäftstermin wurde kurzfristig abgesagt. Die Beiden treffen unweigerlich aufeinander, denn wo sollte Cole sonst wohnen, wenn nicht in seinem eigenen Haus und es dauert nicht lange, bis es zwischen den Beiden knistert. Sowohl ihr Bauchgefühl, als auch seine Schwester warnen Samantha vor Cole – aber gegen Gefühle ist man nun mal (weitestgehend) machtlos und der unausweichliche One Night-Stand stürzt beide in ein Chaos der Gefühle und bleibt außerdem nicht folgenlos.


„Neuanfang in Angel’s Cove“ ist der zweite Roman, den die Autorin Kerstin Sonntag unter ihrem Klarnamen veröffentlicht hat. Andere Veröffentlichungen findet man unter ihren Pseudonymen Kate Lynn Mason, Kate Sunday oder Kristy Deluca.

Die Autorin verfügt über einen sehr schönen, warmen (Schreib-)Stil. Man fühlt sich von der 1. Zeile an wohl in diesem Buch. Die Protagonisten werden so beschrieben, dass man sie sich sehr gut vorstellen kann und auch die Landschaftsbeschreibungen vermitteln einem die Schönheit der Umgebung. Beschreibungen von Szenen oder Attributen, die in den sexuellen/zwischenmenschlichen Bereich gehören, werden von Kerstin Sonntag angenehm in die Geschichte eingefügt.

Leider verrät bei Liebesromanen immer schon der Klappentext weitestgehend (und hier auch der Titel), wie sich die Geschichte entwickeln wird. Das ist aber nicht schlimm, wenn die Verpackung der Geschichte passt, man kann das Rad halt nicht mehr neu erfinden.

Samantha und Ethan erleiden einen sehr großen Verlust – sie verlieren ihr Baby. Ich glaube jeder weiß oder hat es selbst schon erlebt, dass Frauen und Männer total anders mit Verlusten umgehen. So auch hier: Samantha möchte getröstet werden, mehr Nähe, mehr „wir haben unser Kind verloren“. Ihr Mann Ethan leidet ganz sicher auch unter diesem Verlust, nach außen hin scheint es jedoch für Samantha so zu sein, als ob er die ganze Sache schon nach kurzer Zeit überwunden und abgehakt hat. Diese nach außen dargestellte Gleichgültigkeit macht Samantha verrückt und sie muss raus aus ihrem Hamsterrad, flüchtet zu ihrer Collegefreundin nach Angel’s Cove.

In Angel’s Cove läuft dann jedoch alles anders, als es hätte sollen.

Cole Walker, in dessen Haus Samantha wohnt, muss nun doch nicht nach New York zu einem Geschäftstermin und da er vergessen hat, dass er sein Haus der Freundin seiner Schwester zur Verfügung gestellt hat, lernen sich die Beiden dann auf eine ziemlich unkonventionelle Art und Weise kennen: Samantha ist gerade am Kochen, was sie ausnahmsweise vollkommen nackt tut, während Cole gedankenverloren in ebendiese – seine – Küche tritt. Schon diese erste Begegnung entfacht die Begierde zwischen den Beiden und der Grundstein für alles, was danach passiert, ist gelegt.

Cole möchte eigentlich, nach dem Desaster seiner letzten Beziehung, keine Frau mehr so nah an sich heranlassen, dass sie ihn (erneut) verletzten könnte. Er scheint bekannt dafür zu sein, dass er kein Kostverächter ist und den ein oder anderen One Night-Stand gerne mitnimmt, aber das Leben fragt nicht nach „eigentlich“ und so verändert Samantha alles für ihn.

Anhand des Titels „Neuanfang in Angel’s Cove“ weiß man schon von Anfang an, für welche Personen es in dieser Geschichte ein Happy End geben wird. So geschieht es dann auch.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch ausgewählt und ich muss sagen: Leider! Ich hätte – für mich – besser die geschriebene Version gewählt, weil ich mit den beiden Sprechern nicht warm geworden bin.

Bei Viola Gräfenstein hatte ich ganz oft das Gefühl, dass sie den Text einfach nur abliest, ohne tieferen Bezug zum Gelesenen oder als ob sie den Text zum 1. Mal lesen würde. Manchmal fällt ihre Stimme schon wie zum Ende eines Satzes ab, dann kommt aber doch noch ein Nachsatz und der wird dann hinterhergeschoben. Das hat mich stellenweise wirklich genervt. Sebastian Fischers Aussprache empfand ich ganz oft als übertrieben affektiert. Das Sprechen des weiblichen Parts ist ihm nicht wirklich gut gelungen, tut mir leid. Und durch eine an manchen Stellen eigentümliche Betonung des englischen th in Samantha hat es sich oftmals so angehört wie „Semänfa“. Hierbei handelt es sich jedoch um meine subjektive Meinung, denn eine andere Person kann die beiden Sprecher als vollkommen anders empfinden.

Nichts desto trotz hat mich Kerstin Sonntag mit ihrer Wohlfühlgeschichte knapp 7,5 Stunden angenehm unterhalten. Ich danke der Autorin Kerstin Sonntag sowie dem dp Digital Publishers-Verlag für die Zurverfügungstellung des Hörbuches.

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