Das Mädchen im Schatten (Laura Nieland)

Fiktion oder Realität?

Charlotte Morin braucht dringend eine Auszeit. Nach ihrer Scheidung ist sie sowohl physisch als auch psychisch angeschlagen und so verlagert sie ihren Aufenthaltsort kurzerhand von London nach Südfrankreich, zu ihrer Tante Bernadine, in ein kleines Dorf zwischen Olivenhainen und Lavendelfeldern, in welchem sie ihre Kindheit verbracht hat. Charlotte ist Romanautorin und trotz ihrer persönlichen Probleme hat sie eine Aufgabe zu erfüllen – sie muss ihren Roman beenden, denn die Deadline rückt immer näher.

Auf der Suche nach einem ruhigen Platz, an den sie sich tagsüber mit ihrem Laptop zurückziehen kann, entdeckt sie einen idyllischen See und verweilt dort. Sie weiß anfangs nicht, dass es sich um ein Privatgrundstück handelt, welches zum Anwesen der Familie Martin gehört. Immer wieder trifft Charlotte am See auf Claudine, die Tochter des Grundstücksbesitzers Jean Martin. Claudine ist sehr schweigsam und Charlotte erkennt blaue Flecke an ihrem Körper. Sie fragt das Mädchen jedes Mal, ob es geschlagen wird bzw. woher sie die Flecke an ihrem Körper hat und jedes Mal nach dieser Frage verschwindet Claudine mit der Aussage „Meine Mutter hat mich gerufen“.

Bei einem Nachbarschaftsfest lernt Charlotte dann Claudines Vater Jean kennen und er ist ihr auf Anhieb unsympathisch. Als er dann die Aussage trifft, dass Claudine und ihre Mutter schon seit einigen Tagen in Paris weilen, wird Charlotte hellhörig, denn sie hat Claudine noch am gleichen Morgen am See getroffen. Jeans Aussage kann so nicht stimmen und in Verbindung mit den blauen Flecken vermutet Charlotte, dass Claudine und ihrer Mutter etwas zugestoßen sein muss und – dass Jean etwas damit zu tun hat.

Als sie ihrer Tante Bernardine und Younes, dem Dorfpolizisten (mit dem sie eine kleine Liebelei verbindet) von ihrem Verdacht erzählt, glauben beide nicht, dass an der Sache etwas dran sein könnte. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, dass Charlotte Psychopharmaka einnimmt, die manchmal ihr Bewusstsein etwas verändern. Charlotte ist ganz auf sich alleine gestellt, als sie versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Findet Charlotte die Wahrheit heraus oder leidet sie unter Wahnvorstellungen?


„Das Mädchen im Schatten“ ist ein Thriller aus der Feder der Autorin Laura Nieland. Die Autorin war mir bisher unbekannt und wenn ich das richtig recherchiert habe, dann ist sie normalerweise eher nicht im Genre Thriller unterwegs. Schade, denn bei diesem Buch hat sie ihre Sache richtig gut gemacht.

Diese Geschichte hier hat mir enorm viel Spaß bereitet. Der Schreibstil von Laura Nieland ist leicht und flüssig zu lesen, die Charaktere sind lebensecht angelegt und die Begegnungen zwischen Charlotte und Claudine – ob sie nun der Realität oder Charlottes Illusion entsprungen sind – waren angenehm gruselig, aber durchaus realistisch beschrieben.

Charlotte kommt gegenüber der Polizei mit ihren Aussagen nicht sehr glaubhaft rüber, denn sie steht unter dem Einfluss von Psychopharmaka. Sie gibt der Polizei einen Hinweis und diese findet dann ….. nichts. Niemand glaubt ihr, auch ihre Tante nicht, und auch Charlotte selbst fragt sich irgendwann, ob das jetzt echt war oder nur ein Traum/eine Illusion? Sie gibt aber nicht auf und die Sache wird mehr als einmal gefährlich für sie.

Parallel zu diesem Erzählstrang erfährt der Leser aus rückblickenden Gedanken Charlottes, wie und warum es dazu kam, dass sie und ihr Mann sich haben scheiden lassen. Und zum Ende des Buches gibt es einen richtig schönen Showdown!

Als Leser erlebt man die Geschehnisse direkt durch die Augen von Charlotte, denn die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler aus der Sicht von ihr erzählt. An 2 oder 3 Stellen im Buch hat es mich so richtig geschüttelt und das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Ich denke, ich kann hier durchaus die Aussage treffen, dass die Autorin alles richtig gemacht hat.

Ich danke dem Verlag dp DIGITAL PUBLISHERS sowie der Autorin Laura Nieland für die Überlassung des Rezensionsexemplares.

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