Die Frauen vom Jungfernstieg – Gerdas Entscheidung (Lena Johannson)

Posen / Hamburg 1889

Oskar Troplowitz hat vor Jahren in der Apotheke von Gerdas Vater gearbeitet. Dann ging er in seine Heimatstadt Breslau, um dort das Abitur nachzuholen und anschließend in Heidelberg zu studieren. Nun kehrt er als gelernter Apotheker und studierter Pharmazeut nach Posen zurück, um erneut in der Apotheke von Gerdas Vater zu arbeiten. Schnell wird klar, dass Oskar sich nicht lange mit der Position an zweiter Stelle zufrieden geben wird, er strebt danach, sein eigenes Unternehmen zu führen.

Gerda und Oskar haben sich – trotz des Altersunterschiedes – auch früher schon gemocht und nun stellen sie erneut fest, dass sie sich sehr zueinander hingezogen fühlen. Als sich Oskar die Gelegenheit bietet in Hamburg als Teilhaber in die Firma Beiersdorf zu investieren, hält er um Gerdas Hand an und die beiden ziehen nach Hamburg, ihrer zukünftigen Heimatstadt.

Das Leben in Hamburg wird ihnen nicht gerade leicht gemacht. Zum einen sind sie keine gebürtigen Hamburger, zum anderen ist die Familie Troplowitz jüdischer Abstammung. Hinzu kommt noch die aufgeschlossene und moderne Art, mit der Oskar das Unternehmen führt.

Aber Oskar hat eine starke Frau an seiner Seite – Gertrud, genannt Gerda.


„Die Frauen vom Jungfernstieg“ ist der erste Band der Jungfernstieg-Saga, der sich mit der Geschichte der Firma Beiersdorf beschäftigt. Wer mit dem Namen Beiersdorf nichts anfangen kann – ich sage nur „Nivea“, „Labello“ oder „Hansaplast“. Die Autorin hat die Entstehungsgeschichte des Weltkonzerns mit fiktiven Geschehnissen vermischt und daraus eine schöne Geschichte gezaubert.

In erster Linie geht es in diesem Band um Oskar Troplowitz und seine Frau Gerda. Oskar baut nach und nach seine Firma auf, wird zum ersten Arbeitgeber, der seinen Angestellten die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich verkürzt, einen Firmen-Kindergarten eröffnet und der sein Unternehmen nicht materiell sondern menschlich führt. Seine Angestellten vergöttern ihn, die Hamburger Kaufmannschaft nicht. Gerda steht ihren Mann zur Seite, wo auch immer er sie braucht, sie geht aber auch ihren eigenen Freizeitaktivitäten nach und veranstaltet „Kunstsalons“ in ihrem Haus, bei denen sie unbekannte und bekannte Künstler zusammenbringen möchte.

Bei der Arbeit für den Konzern ihres Mannes lernt sie Antonia (Toni) kennen, die im Laufe der Zeit zu einer wichtigen Person innerhalb der Firma Beiersdorf wird und in Verbindung mit ihren Kunstausstellungen lernt sie Irmgard (Irma) kennen, die sich hinter einem Künstler-Pseudonym versteckt. Auch wenn diese 3 Frauen alle aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen kommen, werden sie zu Freundinnen und zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Firma Beiersdorf.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen, die Figuren sind hervorragend ausgearbeitet und die fiktiven und reellen Geschehnisse wurden gekonnt miteinander verflochten. In einem Nachwort erklärt die Autorin, was in dieser Geschichte ihrer Phantasie geschuldet und, was tatsächlich geschehen ist.

Die Saga besteht aus 3 Bänden, von denen sich jeder einzelne Band mit einer der 3 Frauen befasst. In diesem Buch geht es um Gerda, im 2. Band um Toni (Antonia) und der 3. Band erzählt von Irmgard (Irma). Immer vor der Kulisse der Firma Beiersdorf.

Für mich war dieses Buch ein gelungener Einstieg in die Trilogie und ich freue mich schon auf die Geschichte von Toni.

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2 Antworten zu Die Frauen vom Jungfernstieg – Gerdas Entscheidung (Lena Johannson)

  1. Rosemarie Lerchenmüller schreibt:

    Da habe ich mir auch schon überlegt, ob ich das lesen soll. Aber ich habe noch so viel auf dem SUB, da muss endlich mal was runter. Na ja. wer weiß…

    Liebe grüße und eine schöne Wocher
    Rosemarie

    Gefällt 1 Person

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