Die Borderline Identität (Lea Septer)

Borderline – ein Leben auf der Grenze

„Die Borderline Identität“ ist ein Buch sowohl für Betroffene, als auch für Angehörige von an der Borderline Persönlichkeitsstörung erkrankten Personen.

Ich habe schon mehrere Bücher zur Borderline Persönlichkeitsstörung gelesen und denke trotzdem, dass man gar nicht genug zu diesem Thema lesen kann. Diese Krankheit hat so viele verschiedene Gesichter und nicht jeder Betroffene zeigt die gleichen Symptome.

Wer einen Menschen mit Borderline in seinem Leben hat, der weiß, dass das mal Himmel, mal Hölle sein kann – und das in sekundenschnellem Wechsel und ohne jegliche Vorankündigung. Der Umgang mit einem Borderliner kann und wird einen an seine persönlichen Grenzen bringen, manchmal nur dicht dran, aber manchmal auch sehr weit drüber.

Ich erinnere mich an eine Aussage, die ich vor Jahren bei meiner Suche nach Informationen im Internet gefunden habe „Wenn Du einmal erlebt hast, wie ein Borderliner ausrastet, wirst Du das nie mehr wieder vergessen“. Wie wahr …….

Das vorliegende Buch ist in 5 große Kapitel unterteilt, die sich wiederum in mehrere kleine Kapitel aufteilen. So splittet sich z. B. das große Kapitel „Hintergründe zur Borderline-Störung“ in 8 Unterkapitel auf. Das für mich wichtigste Kapitel ist „Warum verstehst Du mich nicht?“ Die problematische Kommunikation zwischen Betroffenen & Angehörigen.

Zum Beispiel fragt man „Hast Du heute Abend Zeit?“, bekommt man einmal ein freudiges „Ja gerne, wann wollen wir uns treffen?“ und ein anderes Mal „Hör auf, mich ständig unter Druck zu setzen!“ als Antwort. (Seite 68)

Auch wenn „alles gut“ ist, findet er gegebenenfalls einen vermeintlichen Grund, um sich angegriffen oder missachtet zu fühlen und insofern eine Auseinandersetzung zu beginnen. (Seite 69)

Da das Buch nur 165 Seiten umfasst, gehen die einzelnen Themenbereiche nicht sehr detailliert in die Tiefe, es reicht jedoch aus, sich als Neuling einen Überblick zu verschaffen was Borderline ist, woher es kommt (kommen kann) und wie man – sowohl als Betroffener, als auch als Angehöriger, Freund, Familienmitglied – damit umgehen kann/soll. Ebenso werden die zur Zeit vorhandenen Therapien angesprochen und das Thema „Selbstfürsorge“. Was kann man als Betroffener selbst tun, um die Störung in den Griff zu bekommen? Das Thema „Toxische Beziehungen“ wird genau so thematisiert wie die „Co-Abhängigkeit“, in die viele Menschen rutschen.

Die Autorin hat mit diesem Buch ganz sicher das Rad nicht neu erfunden, sie beschreibt jedoch die Persönlichkeitsstörung in einfachen Worten und wirft nicht – im Gegensatz zu den meisten Büchern, die ich bisher gelesen habe – mit medizinischen Fachausdrücken um sich. Es ist alles leicht verständlich und selbst ich habe bei der ein oder anderen Aussage noch einen A-ha-Effekt gehabt.

Es gibt von der Autorin noch ein 2 Buch, welches sich mit der Dialektisch Behavioralen Therapie beschäftigt – einer Therapie, die sowohl bei der Borderline Persönlichkeitsstörung als auch bei der Posttraumatischen Belastungsstörung angewandt wird, um Emotionen zu regulieren und Stress zu reduzieren bzw. die Stresstoleranz zu erhöhen.

Was ich jedoch bisher in keinem Buch über die Borderline Persönlichkeitsstörung gefunden habe sind hilfreiche Tipps, wie man letztendlich zu einer wirklich gesicherten Diagnose kommt und nicht nur mit Antidepressiva wie Citalopram und Escitalopram abgefertigt wird. Wie erklärt man seinem Arzt, dass man das Gefühl hat, nicht nur an einer „einfachen Depression“ zu leiden (was ja schon schlimm genug ist) sondern dass das tiefer zu gehen scheint, ohne dass man gleich gefragt wird, wer denn hier der Arzt ist? Hier werden Wochen/Monate verschleudert, die leider zu Lasten des Patienten gehen.

Mein Fazit zum Buch „Die Borderline Identität“:
Für jemanden, der sich nicht mit medizinischen Fachausdrücken herumschlagen und erste Erfahrungen mit der Thematik der Borderline Persönlichkeitsstörung machen möchte, ist dieses Buch eine wirklich gute Wahl.

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