Die Fotografin: Die Welt von morgen (Petra Durst-Benning)

Teil 3 der Fotografinnen-Saga

Wir schreiben den 1. Monat im Jahr des Herrn 1912 und Mimi Reventlow befindet sich seit November 1911 im Hotel „Tonihof“ im Hochschwarzwald. Die Wanderfotografin wurde vom Hotelbesitzer Antonius Wimmer dazu eingeladen, das Hotel selbst, den neu eröffneten Ski-Lift sowie den Ort fotografisch in Szene zu setzen. Es folgten Aufnahmen vom Weihnachtsbaum, der Weihnachtsfeier und den Gästen des Hotels. Nun ist der Tag des Abschiedes gekommen und Mimi macht sich auf den Weg zu ihrer nächsten Arbeitsstelle, an der ein besonders interessanter Auftrag auf sie wartet.

Als Mimi im November 1911, nach dem Tod ihres Onkels Josef, das Weber-Dorf Laichingen verlassen hat, schloss sich ihr spontan der Gastwirt-Sohn Anton Schaufeler an. Anton wollte damals einfach nur weg aus Laichingen, ohne Plan und ohne Ziel. Im „Tonihof“ hat er während der letzten Wochen als Kellner gearbeitet, da der Chefkellner wegen Krankheit ausgefallen ist. Obwohl Antonius Wimmer ihm einen sehr guten Job anbietet, bricht auch Anton seine Zelte im Hochschwarzwald ab und begleitet die Fotografin weiter auf ihrem Weg nach Würzburg.

Anton möchte jedoch auch weiterhin sein eigenes Geld verdienen und als Händler auf den Wochenmärkten arbeiten, indem er sehr erfolgreich gedruckte Postkarten verkauft, deren Motive Mimi fotografiert hat.

In Würzburg angekommen, steht Mimi vor einem großen Problem: Ihr Auftraggeber kann sich die Gastfotografin nicht leisten, da sich seit kurzer Zeit Jedermann einen Fotoapparat kaufen und damit knipsen kann, so dass den ortsansässigen Fotografen die Aufträge wegbrechen.

Bevor sie sich nun nach einer neuen Anstellung umsieht, möchte Mimi zurück nach Laichingen fahren, um das Haus ihres Onkels Josef zu verkaufen. Aber es kommt immer anders, als man denkt. Mimi trifft zufällig eine alte Bekannte – Clara Berg – die ihr kurzfristig einen Auftrag vermittelt. Also führt die Reise Mimi und Anton nach Berlin, wo sich für die Beiden ungeahnte Möglichkeiten eröffnen. Aber obwohl Mimi und Anton ernsthaft darüber nachdenken in Berlin sesshaft zu werden, führt sie ihr gemeinsamer Weg doch zuerst einmal wieder zurück auf die Schwäbische Alb – nach Münsingen.


Mit „Die Fotografin – Die Welt von morgen“ halte ich nunmehr den 3. Band der Fotografinnen-Saga, geschrieben von Petra Durst-Benning, in der Hand. Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der Reihe gefreut und nun bin ich schon wieder an dem Punkt, an dem ich auf den nächsten Band warten muss. „Die Fotografin – Die Stunde der Sehnsucht“ erscheint am 14.09.2020.

Ich finde es bemerkenswert, wenn ein Autor/eine Autorin einen Mehrteiler schreibt und der 3. Band noch genau so interessant und spannend ist, wie der Erste. Petra Durst-Benning versteht ihr Handwerk und ihr angenehmer Schreibstil führt dazu, dass ich dieses Buch in Kürze verschlungen habe.

Band 3 schließt nahtlos an Band 2 an. Aus der Leserunde bei Lovelybooks, in der ich das Buch gelesen habe, weiß ich, dass man durchaus auch mit Band 3 einsteigen kann – die vielen kleinen Rückblicke ermöglichen es dem Leser, der Geschichte problemlos folgen zu können. Ich persönlich empfehle jedoch jedem, die vorhergehenden Bücher unbedingt zu lesen – alleine schon, weil die Geschichte so schön ist.

Dass Mimi und Anton miteinander durch die Lande reisen, habe ich schon erwähnt. Die Beiden ergänzen sich und bis auf ein paar wenige Meinungsverschiedenheiten verläuft ihr Miteinander sehr harmonisch. Beides sind sehr angenehme und interessante Charaktere, die den Hauptteil der Geschichte bestreiten.

Natürlich gibt es ein Wiedersehen mit Alexander Schubert, dem Laichinger-Weberssohn, der mit Mimis Hilfe einen Platz an der Stuttgarter Kunstakademie erhalten hat. Anfangs läuft es nicht ganz so gut für ihn, aber er hat nach wie vor seinen Mentor Mylo an der Seite, der Alexander sowohl fordert als auch fördert.

Mylo, der mir zu Anfang sehr sympathisch war, entwickelt sich irgendwie in eine Richtung, die ich bedenklich finde. Ich habe ein paar Vermutungen, was Mylo betrifft, aber leider muss ich auf Band 4 oder sogar Band 5 warten um zu sehen, ob ich richtig liege oder nicht.

Ebenfalls gibt es ein Wiedersehen mit Clara Berg, der Natur-Kosmetikerin vom Bodensee (aus dem Buch „Bella Clara“) und Bernadette, der Schäferin, die wir aus Band 2 der Fotografinnen-Saga kennen.

Nachdem Bernadette bei ihrer 1. Hochzeit vom Bräutigam am Altar stehen gelassen wurde, plant sie nun ihre Vernunftehe mit ihrem Schäferkollegen Wolfram, mit dem sie vor einiger Zeit aus wirtschaftlichen Gründen schon die Betriebe zusammengelegt hat. Bernadette kümmert sich um die organisatorischen Dinge, Wolfram kümmert sich um die Schafe – und um nach außen hin authentisch zu wirken, soll das Ganze nun auch noch rechtlich abgesichert werden. Schaffen die Beiden es zum Traualtar?

In Münsingen läuft auch für Mimi und Anton nicht alles glatt und die Geschichte endet mit einem Brand. Wo oder was brennt, das bleibt leider offen. Ich befürchte jedoch nichts gutes und hoffe, dass die Katastrophe nicht ganz so groß werden wird. Ich bin jetzt schon angefixt auf den 4. Band und bis September ist ja gar nicht mehr so lange.

In einer meiner vorherigen Rezensionen habe ich geschrieben, dass ich bedenkenlos zugreife, wenn auf einem Buch „Petra Durst-Benning“ drauf steht. Diese Aussage kann ich hier nur wiederholen – eine wunderbare Geschichte, mit wunderbar ausgearbeiteten Charakteren, die sich immer weiter entwickeln und so realistisch gezeichnet sind, dass man sich für einige wenige Stunden in ihrer Gesellschaft sehr wohl fühlt.

Ich bedanke mich bei Petra Durst-Benning, beim Blanvalet-Verlag und natürlich bei LovelyBooks, für das Lese- und Rezensionsexemplar und die Teilnahme an der Leserunde.


Band 1: Die Fotografin – Am Anfang des Weges
Band 2: Die Fotografin – Zeit der Entscheidung

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2 Antworten zu Die Fotografin: Die Welt von morgen (Petra Durst-Benning)

  1. mutigerleben schreibt:

    Liebe Babsi,
    danke dir, da hast du Leselust in mir geweckt.
    Schöne Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

    • Babsi schreibt:

      Hallo Judith,
      die Reihe ist wirklich sehr schön. Solltest Du sie lesen, würde ich mich über eine Info freuen, wie es Dir gefallen hat.

      LG Babsi

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