Die Seidenvilla (Tabea Bach)

Rettung für die „Tessitura di Asenza“

2 Jahre hat der Kampf ihres Mannes gegen seine Erkrankung gedauert. 2 Jahre, in denen Angela Steeger zusehen musste, wie der Mensch, den sie mehr liebte als ihr eigenes Leben, nach und nach immer weniger wurde. Mit gerade einmal 45 Jahren ist sie nun Witwe und am Abend nach Peters Beerdigung, fühlt sie sich fremd im eigenen Haus. Unter den vielen Kondolenzkarten findet Angela einen persönlichen Brief von Tess, einer Jugendfreundin ihrer Mutter, die für Angela immer wie eine Tante war.

Tess, die eigentlich Teresa heißt, hat vor 10 Jahren ein Haus im italienischen Veneto gekauft und verbringt nun dort ihren Lebensabend. Damit Angela auf andere Gedanken kommt, lädt Tess sie ein, nach Asenza zu kommen und ein paar Tage zu bleiben. Nathalie, Angelas 19jährige Tochter, bestärkt ihre Mutter darin, dieses Angebot anzunehmen, da sie selbst für ihre Seminararbeit in Kunstgeschichte dringend in der Institutsbibliothek in München recherchieren muss. Angela wird also schon kurz nach der Beerdigung wieder alleine in ihrem großen Haus sein. Sie erledigt all die bürokratischen Dinge, die einem Todesfall unweigerlich folgen, dann packt sie ihre Koffer und fährt nach Asenza.

Natürlich besuchen Angela und Tess die ortsansässige, 200 Jahre alte, Seidenweberei und kurze Zeit später erfährt Angela, dass die Weberei verkauft werden soll. Da sie vor der Geburt von Nathalie Angewandte Kunst mit Schwerpunkt Textildesign studiert hat, wächst in ihr der Wunsch, die „Seidenvilla“ zu retten. Als ihr dann auch noch der Kompagnon ihres verstorbenen Mannes vorschlägt, die Baufirma zu verkaufen, verfügt sie über die finanziellen Mittel und so trifft sie sich mit dem Besitzer, Lorenzo Rivalecca, um ihm ein Angebot zu unterbreiten. Der schrullige Rivalecca verknüpft ein paar ungewöhnliche Auflagen an den Verkauf, aber schon bald ist Angela die „Tedesca“ (die Deutsche), die neue Besitzerin der „Tessitura di Asenza“.

Mit Dario Monti, dem Architekten, der Tess‘ Villa renoviert, verbindet sie schon nach kurzer Zeit eine lockere Freundschaft, über ihn lernt sie seinen besten Freund Vittorio Fontarini kennen, der ihr erster Auftraggeber in Sachen Seidenstoffe ist.

Kann Angela mit ihrem neuen Konzept die Seidenweberei vor der Pleite retten? Angela beginnt in Italien ein neues Leben, sie steht vor neuen Herausforderungen und der Frage, ob sie schon wieder bereit ist, einen neuen Mann in ihr Leben zu lassen.


Nach der Trilogie um die Kamelien-Insel ist das Buch „Die Seidenvilla“ der Auftaktband zur „Seidenvilla-Saga“ der Autorin Tabea Bach, die ebenfalls als Trilogie erscheinen wird.

Wie gewohnt ist der Schreibstil der Autorin angenehm und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind so schön ausgearbeitet, dass sie einem regelrecht ans Herz fliegen.

Angela und ihre Tochter Nathalie haben ein sehr schönes Verhältnis zueinander und auch wenn Angela in Italien ist, verlieren die Beiden nicht den Kontakt zueinander – im Gegenteil, Nathalie verlegt sogar einen Teil ihres Studiums nach Italien, damit sie sich nahe sein können.

Tess ist eine liebenswerte ältere Frau, die ganz genau weiß, wie Angela sich nach dem Tod ihres Mannes fühlt und sie lässt ihr den Raum, den sie braucht, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Die Weberinnen sind natürlich nicht gleich Feuer und Flamme über ihre neue Chefin und hier hat mir insbesondere Lidia sehr gut gefallen, die sich zuerst einmal vehement gegen Angela stellt. Aber jede der Weberinnen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen und diese Schicksale wurden von der Autorin wunderbar mit der Geschichte von Angela verwoben.

Auch der alte Rivalecca ist nicht ganz so bärbeißig, wie es am Anfang den Anschein erweckt.

Dario Monti und Vittorio Fontarini sind mir ebenfalls beide sehr sympathisch. Aber es erschließt sich mir gleich, dass 2 neue Männer in Angelas Leben nicht unbedingt Ruhe sondern eher Unruhe bringen. Ob sich mein Verdacht bestätigt?

Jedem einzelnen Charakter kommt eine ganz besondere Bedeutung zu und nur wenn alle an einem Strang ziehen, wird sich das Schicksal der Seidenweberei zum Guten wenden können.

Interessant finde ich die Hintergrundinformationen, die sich mit der Verarbeitung der Seide befassen. Hier kann man spüren, dass die Autorin eine sehr ausführliche Recherche betrieben hat. Die Informationen, die sie an ihre Leser weitergibt, sind in meinen Augen so gut dosiert, dass ich interessiert, aber nicht gelangweilt den Ausführungen folgen kann.

Alles in allem ist „Die Seidenvilla“ ein gelungener Auftakt zu einer neuen Buch-Reihe aus der Feder der Autorin Tabea Bach. Der 2. Band „Im Glanz der Seidenvilla“ erscheint am 29. Mai 2020. Der 3. Band „Das Vermächtnis der Seidenvilla“ folgt auch noch in diesem Jahr, nämlich am 28. Juli 2020.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es Angela in Italien ergehen wird und ob sie sich mit den doch teuren Seidenprodukten auf dem Markt behaupten kann.

Herzlichen Dank an Tabea Bach, dem Bastei-Lübbe-Verlag und der Plattform NetGalley für die Überlassung des Rezensionsexemplares.

 

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