Tod im Theater (Dorothea Stiller)

Schauspiel in 5 Akten

Agnes Munro hat ihren Wohnort wieder nach Tobermory auf die schottische Isle of Mull verlegt, ihre Wohnung in Edinburgh jedoch noch nicht aufgegeben. Als sie sich mit ihrem Lebensgefährten, Reverend Andrew Fletcher, eines Abends eine moderne Adaption des Klassikers „Hamlet“ anschaut, trifft sie ihren ehemaligen Kunst-Schüler Iain Steward wieder, der in dem Stück die Hauptrolle spielt. Da Agnes zwar die Ruhe und Abgeschiedenheit auf Mull liebt, ihr aber das kulturelle Leben fehlt, kommt sie spontan auf die Idee, ein Gastspiel für die Truppe, die sich „Thespians“ nennt, im Mull Theatre zu organisieren. Agnes kümmert sich um die Organisation, die Truppe reist an, und für die Inselpremiere von „Hamlets letzter Monolog“ sind alle Karten, bis auf den letzten Platz, ausverkauft. Am Ende der Aufführung gibt es dann aber nicht nur stehende Ovationen vom Publikum, sondern auch einen Schauspieler, der mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus kommt und verstirbt.

Wurde Kenny bewusst vergiftet oder handelte es sich um einen tragischen Unfall?


Tod im Theater“ ist der 2. Krimi um die – ich nenne sie mal – „Privatermittlerin“ Agnes Munro. Um die Charaktere Agnes und Reverend Fletcher näher kennen zu lernen, sollte man natürlich zuerst Band 1 lesen. Ich bin durch eine Leserunde jedoch direkt in Band 2 gelandet und hatte keinerlei Probleme der Handlung zu folgen.

Schon direkt von Anfang an ist mir Agnes Munro sympathisch. Ich möchte sie nicht mütterlich nennen, aber sie hat eine ruhige und besonnene Art an sich und aus einem Satz geht hervor, dass sie gerade in Pension gegangen ist, sie ist also auch kein junger Hüpfer mehr, was die Autorin charakterlich sehr gut festgehalten hat.

Die Mitglieder der Truppe werden Agnes und Andrew gleich am beim 1. Zusammentreffen in Edinburgh vorgestellt. Bei mir tritt hier wieder mal das Problem auf, dass viele handelnde Personen und ihre Verbindungen untereinander zu Anfang eines Buches mich eher verwirren als Klarsicht zu schaffen, aber das legt sich auf den nachfolgenden Seiten ja Gott sei Dank immer wieder. Da wären also Iain, Mandisa, Douglas, Tommy, Geraldine und Kenny als Theatergruppe „Thespians“.

Dadurch, dass die Schauspieler und Agnes im gleichen Haus wohnen, bleibt es nicht aus, dass Agnes das ein oder andere Gespräch zwischen den Jungen Leuten mitverfolgen kann. Sie selbst macht ebenso Beobachtungen, denen sie nachgeht und hinterfragt, was es damit auf sich haben könnte. Die Stimmung unter den „Thespians“ ist von Anfang an oft derb und rau aber nach Kennys Tod beginnen sie damit, sich gegenseitig zu verdächtigen und auch übereinander zu reden, was sich natürlich auf ihr tägliches Miteinander auswirkt. Agnes muss nicht sonderlich viel Aufwand betreiben, um nach und nach die Details ans Licht zu bringen, denn manche Informationen finden sie und nicht anders herum.

Detectiv Chief Inspector Mary Sinclair ist nicht sehr erfreut über die „Schnüffelei“ von Agnes, aber die Beiden schließen eine Art Waffenstillstand (im 1. Band müssen die beiden wohl keinen guten Start gehabt haben).

Dadurch, dass fast jeder der Schauspieler ein Motiv gehabt hätte Kenny umzubringen, bin ich immer wieder auf einer anderen – und natürlich der falschen – Spur. Die Autorin schafft es geschickt, den Focus der Ermittlungen immer wieder auf jemand anderen zu legen und als Leser kann man wunderschön mitraten, wer es denn nun wirklich gewesen ist. Die Auflösung ist dann eine ganze andere als erwartet und auf das Motiv wäre ich im Leben nicht gekommen. Bis fast ganz zum Schluss blieb für mich der Täter im Dunkel.

Bei dem Kriminalroman aus der Feder der Autorin Dorothea Stiller handelt es sich um einen sogenannte Cosy-Krimi, gerne auch „Kuschelkrimi“ genannt. Es gibt viel weniger Action und das Erzähltempo ist ruhig und gemütlich.

Das Buch ist in 5 Akte eingeteilt und in jedem Akt gibt es zwischen 2 und 7 Szenen. Jeder Akt wird mit einem Zitat aus Hamlet begonnen, gemäß dem Theaterstück, das von den „Thespians“ aufgeführt wird.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen und das Buch ist mit 273 Seiten auch kein dicker Wälzer. Ein perfektes Buch für einen kalten Winterabend am Kamin.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Lovelybooks, der Autorin Dorothea Stiller und dem dp-Verlag für die Teilnahme an der Leserunde und die Überlassung des Leseexemplares bedanken.

 [LtaM] Buch bis 300 Seiten – 1,00 €

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