Wenn Liebe Wunden heilt (Emily Bold)

Wenn nicht die Liebe unsere Wunden heilt, was dann?

Jede Karriere, die steil nach oben geht, kann auch genau so steil wieder fallen. Genau das ist Brooke Adams passiert. Bis vor ½ Jahr war sie PR-Beraterin auf Profi-Niveau in der Musikbranche, dann bereitete ein Skandal ihrer Karriere jäh ein Ende. 6 Monate lang hat sie das Wahlkampfteam eines Senators in Oregon geleitet, bis ihr das Schicksal die Chance für einen Wiedereinstieg vor die Füße spült. Mit dem YouTube-Video eines Unbekannten aus Alaska in der Tasche wird sie bei ihrem ehemaligen Vorgesetzten Brennan Ward vorstellig und kann diesen davon überzeugen, dass sie es schaffen wird Finn Keller unter Vertrag zu nehmen. Finn ist jedoch nicht ganz so leicht davon zu überzeugen, das er – der Automechaniker im Familienbetrieb – der neue Star am Musikhimmel sein soll und Brooke muss sich richtig ins Zeug legen. Nachdem „Dream Music“ die Vertragssumme verdoppelt hat, unterschreibt Finn den Vertrag. Sein 1. Song geht in den Sozialen Netzwerken richtig durch die Decke und in ganz kurzer Zeit ist Finn Keller ein gefeierter Star. Er lässt jedoch keinen Zweifel darüber offen, dass er das alles nur des Geldes wegen tut und …. wegen Ava.


Mit Brooke und Finn hat die Autorin Emily Bold 2 Charaktere geschaffen, die so unterschiedlich sind, wie Sonne und Mond.

Brooke ist die knallharte Geschäftsfrau, die nichts anderes vor Augen hat als ihren beruflichen Werdegang. Sie ist besessen von ihrem Job und sie würde alles dafür tun, dass sie bzw. Finn eine gute Publicity bekommt. Der Spruch „Dein Arsch gehört mir“, kann es treffender nicht ausdrücken, wie Brooke tickt und Finn dementsprechend vereinnahmt. Wer es jedoch schafft hinter die Fassade von Brooke zu schauen, der findet dort eine Frau, die nichts anderes will als geliebt zu werden.

Finn ist ein bodenständiger junger Mann, der in einem kleinen Ort in Alaska als Automechaniker im Familienbetrieb arbeitet. Er sieht sich weder als Sänger, noch als Star und er weiß auch genau was er will bzw. was er nicht will. Mit Vertragsabschluss hat er jedoch seine Seele verkauft und so muss er in den meisten Fällen tun, was Brooke von ihm verlangt. Er hat jedoch auch seinen ganz eigenen Sturkopf und dann geraten Brooke und er auch schon mal aneinander. Beide merken jedoch anfangs nicht, dass es zwischen ihnen auch ganz gewaltig erotisch knistert, was ihre Zusammenarbeit leider nicht vereinfacht. Es gibt jedoch etwas, das zwischen ihnen steht – die Frage: Wer ist Ava, für die er das alles tut, und wie ist Finn mit ihr verbunden?

Der Schreibstil von Emily Bold ist, wie gewohnt, angenehm und die Geschichte um Brooke und Finn lässt sich flüssig lesen. Obwohl mir die Geschichte gut gefallen hat, so hat mir doch etwas gefehlt, was ich nicht näher beschreiben kann. Mein 1. Buch der Autorin war „Lichtblaue Sommernächte“ und dieses Buch hat mich emotional von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen, so dass ich auch hier genau nach diesen Emotionen gesucht aber leider nicht gefunden habe. Auch fehlte den erotischen Passagen etwas Tiefgang. Manche Szene empfand ich als oberflächlich und emotionslos.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Brooke und Finn und durch den Perspektivwechsel ist man immer direkt mit den Gedanken der jeweiligen Person vertraut. In einem Liebesroman ist der Schluss für den Leser vorhersehbar, trotzdem war es interessant den Weg von Brooke und Finn zu verfolgen, bis sie sich am Ende dann doch bekommen.

An manchen Stellen hätte ich Brooke bzw. ihren Chef Brennan gerne geschüttelt, in Anbetracht der Tatsache, wie sie mit Finn umgegangen sind. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass es gerade in der Musikbranche genau so zugeht, wie die Autorin hier beschrieben hat und man – ob man will oder nicht – die Rechte an seinem Körper verkauft. Man hat einen Vertrag zu erfüllen, ungeachtet der eigenen Befindlichkeiten, und wenn man keinen Manager hat, der bereit ist über Leichen zu gehen, ist man wahrscheinlich nur eine kurz aufleuchtende Sternschnuppe und genau so schnell wieder vom Firmament verschwunden, wie man aufgetaucht ist.

Alles in allem hat mich „Wenn Liebe Wunden heilt“ gut unterhalten, mir hat jedoch etwas gefehlt, was für mich die Geschichte hätte rund werden lassen. Im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Büchern, die ich von Emily Bold gelesen habe, hat mich dieses leider nicht so ganz überzeugen können.

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3 Antworten zu Wenn Liebe Wunden heilt (Emily Bold)

  1. Rina schreibt:

    Klingt wie eine Urlaubslektüre…Die Romane rund um die Musikbranche reizen mich eigentlich nicht so….Ich muss mal googlen, warum mir der Name so bekannt vor kommt. Ach – Silberschwingen,….die hab ich mir mal angeschaut…Deswegen…

    LG

    Gefällt 1 Person

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