Ein Tag im Dezember (Josie Silver)

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (8. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783453422926
ISBN-13: 978-3453422926
ASIN: 3453422929
Originaltitel: One Day in December
Preis Taschenbuch: 9,99 €
Preis eBook: 9,99 €
MP3-CD: 12,79 €

Auf der Suche nach dem „Bus-Boy“

21. Dezember 2008

Endlich Urlaub! Laurie hat ihren letzten Arbeitstag vor Weihnachten hinter sich gebracht und sitzt im Bus, auf dem Weg zu ihrer Wohnung. Zu Hause wird heute niemand auf sie warten, denn ihre beste Freundin und Mitbewohnerin Sarah ist schon zu ihrer Familie gefahren. Laurie ist genervt, der Bus hält gefühlt hunderte Male an und an jeder Bushaltestelle schieben und drängen mehr Leute in den Bus hinein als hinaus. Umso erstaunlicher erscheint da dieser Typ, der im Wartehäuschen sitzt und – ungeachtet der Hektik um ihn herum – in einem Buch liest. Durch irgend etwas irritiert, hebt er den Kopf, blinzelt ein paar Mal und schaut durch das Fenster, genau in Lauries Augen. Im Bruchteil von Sekunden funkt es zwischen den Beiden und dann …… schließt der Busfahrer die Tür und fährt weiter.

Nachdem Laurie ihrer Mitbewohnerin Sarah nach dem Urlaub von diesem Erlebnis erzählt hat, suchen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit nach dem Typen, den sie „Bus-Boy“ genannt haben. In jeder Bar, in jeder Menschenmenge scannen sie die Gesichter nach ihm ab – ein ganzes Jahr lang; erfolglos.

18. Dezember 2009

Wie in jedem Jahr, seit sie in ihre gemeinsame Wohnung in der Delancey Street gezogen sind, findet am Abend die traditionelle Weihnachtsfeier bei Sarah und Laurie statt. Üblicherweise kommen Studenten und Arbeitskollegen, doch dieser Abend soll ein ganz besonderer werden: Sarah möchte Laurie endlich ihren neuen Freund vorstellen, den Mann, den sie heiraten möchte. Für Laurie wird diese Begegnung jedoch zum Schock: Vor ihr steht …. „Bus-Boy“.

Jack, so sein Name, macht nicht den Eindruck, als würde er sich an diesen besonderen Moment von vor einem Jahr erinnern und Laurie möchte das Glück ihrer besten Freundin nicht zerstören und so verschweigt sie Sarah, dass Jack der Mann ist, den sie seit einem Jahr verzweifelt sucht.


Ich durfte das Buch „Ein Tag im Dezember“ schon im Februar/März diesen Jahres über die Plattform „jellybooks.de“ vorab lesen. Das bedeutet, dass ich diese Rezension am 10.04.2018 geschrieben habe, sie jedoch erst heute, zum Veröffentlichungstermin des Buches, online geht.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich sagen, dass „Ein Tag im Dezember“ seit langem ein Buch war, das mich emotional richtig mitgenommen hat. Ich habe zum Ende der Geschichte viele Tränen vergossen. Mal waren es Freudentränen, mal Tränen des Leides. Ich weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie viele gute Bücher ich in 2018 noch lesen werde, aber „Ein Tag im Dezember“ wird ganz sicher eines der Lese-Highlights in 2018 sein.

Laurie und Sarah sind beste Freundinnen, „Schwestern“ – sie wohnen zusammen, sie teilen alles miteinander, sie verbringen viel Zeit miteinander, sie erzählen sich alles ….. bis jetzt!

Laurie möchte ihre Freundin nicht verletzen, sie möchte ihre jahrelange Freundschaft nicht aufs Spiel setzen und so verdrängt/unterdrückt sie ihre eigenen Gefühle für Jack und schafft es tatsächlich, auf einer freundschaftlichen Basis mit Jack umzugehen. Ganz so, wie Sarah es sich vorgestellt hat, werden Laurie und Jack beste Freunde – einfach ist das jedoch ganz und gar nicht.

Laurie und Sarah – eine Freundschaft, wie man sie wahrscheinlich nicht allzu oft findet. Sie teilen sich eine Studenten-WG, eine Zufallsbegegnung, die sich als das Beste herausstellt, was ihnen passieren konnte. Echte Schwestern könnten nicht enger verbunden sein. Wahrscheinlich würden beide ihr Leben für die jeweils andere geben.

Jack – vermutlich der Traum jeder Schwiegermutter. Er ist nett, witzig, einfühlsam, legt Sarah die Welt zu Füßen und versteht sich gut mit ihrer besten Freundin Laurie. Genau wie Laurie kann ich ihn jedoch nicht immer richtig lesen, denn es stellt sich über all die Jahre immer wieder die Frage: Erinnert sich Jack auch noch an diese besondere Begegnung, damals am Wartehäuschen? Erinnert er sich und sagt nix, genau wie Laurie, oder hat er der Sache keine große Bedeutung zugemessen und sie gleich wieder vergessen? Die Antwort auf diese Frage gibt es natürlich erst in Richtung Ende der Geschichte, bis dahin darf man als Leser genau so in der Luft hängen wie Laurie.

Dann gibt es noch Oscar, der in Lauries Leben einige Zeit eine große Rolle spielt. Eigentlich ein sehr netter Typ, aber eine Fernbeziehung ist nicht immer eine gute Lösung.

Über Oscars Mutter soll sich jeder Leser selbst ein Bild machen. Ich fand sie witzig, aber als Schwiegermutter würde ich sie nicht haben wollen.

Das Buch ist in verschiedene Abschnitte unterteilt. Die großen Kapitel stehen für die Jahre 2008 bis 2017, diese sind wiederum untergliedert in einzelne wichtige Daten und die einzelnen Daten werden dann aus der Sicht von Laurie und/oder Jack erzählt. Durch den Perspektivwechsel und die Erzählung in der Ich-Form, ist der Leser immer direkt auch in die Gedanken des jeweiligen Erzählers involviert und somit ganz nah am Geschehen dran.

Die Charaktere wurden von der Autorin allesamt sehr sympathisch und realistisch angelegt. In diesem Buch gibt es keinen Antagonisten, alle beteiligten Personen sind einfach nur liebenswert, jeder auf seine ganz spezielle Art.

„Ein Tag im Dezember“ ist ein Buch, das man an einem trüben Wochenende gut in einem durch lesen kann, denn eigentlich möchte man gar nicht aufhören zu lesen, bevor man nicht weiß, wie alles endet. Es gibt viele Höhen und Tiefen, schöne Momente und traurige und manchmal sieht es aus, als ob alles in einer Sackgasse steckt und niemand wirklich glücklich wird. Zum Schluss sortiert sich alles in seine Richtigkeit und am Ende des Buches bin ich es, die traurig ist, weil eine so wunderschöne Geschichte zu Ende ist.

Vielen Dank an Jellybooks, den Heyne-Verlag und natürlich die Autorin Josie Silver für die Möglichkeit, dieses Buch schon lange vor seinem Erscheinungsterminlesen zu dürfen.

  

LtaM: Buch mit mehr als 300 Seiten – 2,00  €

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