Warum werden Menschen zu Mördern?

Guten Morgen ihr Lieben,

aufgrund einer zeitlichen Überschneidung habe ich vor kurzem etwas gemacht, was ich sonst nie mache – ich habe 2 Bücher des gleichen Genre parallel gelesen. Einerseits kann das verwirrend sein, da man gerne die Protagonisten der Bücher durcheinanderwürfelt, andererseits hatte ich aber auf diese Art und Weise auch mal einen direkten Vergleich.

Beide Krimis sind mit Leichen gepflastert, aber die Motive der Täter und auch ihre Vorgehensweisen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Ausgelöst durch die brutalen Morde, die der Täter in „Ich schenke Dir den Tod“ begeht, habe ich mich – mal wieder – gefragt, was im Leben falsch gelaufen sein muss, dass man solche Greueltaten verüben kann? Wie viel (und was) braucht es, dass man zum Mörder wird?

Achtung Spoiler !!
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Während in dem einen Krimi der Täter situationsbedingt handelt, ohne das vorher lange geplant zu haben, geht unser Mörder in „Ich schenke Dir den Tod“ ganz gezielt vor. Hier handelt es sich auch um den Typen Mensch, den man sich üblicherweise vorstellt, wenn man an einen Mörder denkt. Als Kind ein Außenseiter, in der Schule gemobbt und gehänselt, immer kränklich, lebt mit der behinderten Mutter in wirklich ärmlichen Verhältnissen und niemand wollte je etwas mit ihm zu tun haben. Die Hänseleien seiner Mitschülerinnen hat er nie vergessen und so treibt ihn bei seinen Taten nur ein einziger Gedanke an: Rache.

Der Tatbestand des Mordes ist erfüllt, wenn aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, ein Mensch getötet wird.

Unser Täter in diesem Krimi bedient also ein gängiges Klischee; so stellt man sich einen Mörder vor. Aber nicht alle Menschen die anderen Menschen den Tod bringen, entsprechen diesem Typ und auch nicht alle Morde werden explizit vorher geplant. Im Gegenteil, oft ist es doch der Nachbar, der immer freundlich grüßt, immer hilfsbereit ist und mit seiner Tat dann das direkte Umfeld schockiert, weil man es ihm so gar nicht zugetraut hätte.

Dem klassischen Täter sagt man in der Regel ebenfalls eine psychische Krankheit bzw. Instabilität nach – aber auch das ist nicht grundsätzlich so. Es bedarf vielleicht gar keines übergroßen Reizes, dass Menschen wie Du und ich zum Mörder werden, denn Gewalt ist genetisch in uns verankert und es braucht wahrscheinlich nur den richtigen Trigger/Auslöser im richtigen Moment, damit wir uns vergessen.

In Zusammenhang mit einer anderen Recherche habe ich vor ein paar Wochen gelesen, dass jeder Mensch nach 10 Nächten ohne Schlaf sowohl psychisch als auch physisch in der Lage ist, einen anderen Menschen zu töten. Jeder von uns weiß, wie gereizt man sein kann, wenn man 1 – 2 Nächte hintereinander zu wenig geschlafen hat.

Die Gewaltbereitschaft steigt um ein Vielfaches und Geräusche/Dinge/Verhalten anderer Personen, die man im ausgeschlafenen Zustand eher nur am Rand wahrnimmt, werden unter Schlafentzug zu ausgeprägten Störenfrieden, auf die man unter Umständen entsprechend heftig reagiert.

Laut Statistik gab es im Jahr 2015 in Deutschland 296 Morde. Vergleichbar dazu starben 2015 in den U.S.A. 16.000 Personen durch die Hand eines anderen Menschen. Die Aufklärungsquote in Deutschland liegt bei Morden zur Zeit bei 93,2 %, wobei jedoch nicht jeder Mord registriert und die Dunkelziffer deswegen entsprechend höher sein wird. Bei Herzversagen aufgrund eines Giftmordes beispielsweise, kann die Tat durchaus unentdeckt bleiben und auf dem Totenschein steht dann „eines natürlichen Todes verstorben“.

Gewalt ist eine elementare Kraft im Menschen. Ohne Aggressivität und die Fähigkeit zu Gewalt, wäre die Menschheit wahrscheinlich schon lange ausgestorben. Ebenso begleitet uns Gewalt seit vielen Jahren in unserem Kulturgut. Wir wachsen also quasi damit auf.

Ganz vorne in der Liste steht das Älteste Buch der Welt „Die Bibel“. Der erste uns bekannte Mörder ist Kain, der seinen Bruder Abel erschlug, weil Gott dessen Opfer als gnädiger angesehen hat. Neid und Missgunst stehen auch heute noch in der Statistik der Mordmotive an 1. Stelle.

Unsere deutschen Volkslieder enthalten Gewalt, Mord und Totschlag und auch die Märchen der Gebrüder Grimm, die in den Jahren 1812 – 1858 herausgegeben wurden sind eigentlich, wenn wir ehrlich sind, für Kinder absolut ungeeignet. Auch in den Zeichentrickfilm-Serien wie „Tom und Jerry“, „Donald Duck“ „Roadrunner“ u.v.m., mit denen ich aufgewachsen bin, wurde Gewalt verherrlicht und als etwas normales dargestellt.

Heute spielen unsere Söhne EgoShooter wie „Counter Strike“ und „Call of Duty“, vor vielen Jahren sind junge Männer mit erhobenen Waffen und einem „Hurra“ auf den Lippen auf die Schlachtfelder der Weltkriege gestürmt. In beiden Fällen ist es vermutlich eher das Gefühl von Macht und Stärke, dass das Töten begleitet.

Eine Studie der Estación Experimental de Zonas Áridas und der Universität in Granada hat sich damit beschäftigt, inwieweit Mord aus Sicht der Evolution eine Rolle spielt.

Wir fanden heraus, dass tödliche Gewalt unter Menschen einen evolutionären Ursprung hat, aber von ökologischen und kulturellen Faktoren reguliert werden kann.“ Das heißt also, dass wir den Drang uns gegenseitig zu töten in uns tragen, die Entwicklung von Kultur und Gesellschaften diese tödliche Gewaltbereitschaft aber verändert hat.

Dass wir nicht alle täglich mordend durch die Straßen ziehen, liegt also zum großen Teil an unserer Kultur und natürlich auch an unseren sozialen Einflüssen wie Erziehung, das Milieu in dem wir aufwachsen, dem familiären Umfeld, dem Freundeskreis mit dem wir uns umgeben und nicht zuletzt an der Fähigkeit, uns in bestimmten Situationen selbst zu beherrschen.

Wenn wir ehrlich sind, so hatte sicherlich fast jeder von uns schon einmal Mordgedanken. 🙂

Jeder zweite Mensch hat schon Minimum
einmal an Mord gedacht!
Fragen Sie mal Eheleute …!

(Stefan Wittlin, *1961)

Es gibt Aussagen darüber, dass die Androhung von Strafe in Deutschland sehr viel mehr Straftaten verhindert, als es Therapien jemals könnten. Also auch der Blick auf die zu erwartenden Folgen, lässt die eine oder andere Straftat schon im Gedankenansatz verpuffen.

Die klassischen Mordmotive der heutigen Zeit sind:

  • Neid
  • Macht, Geld und Einfluss
  • Rache
  • Eifersucht
  • Liebe, Wut und Hass
  • Angst
  • Störung des Selbstbildes (z. B. Minderwertigkeitskomplexe)
  • religiöser Fanatismus
  • psyschiche Störungen

Gewaltforscher sagen aus, dass fast jeder Mord eine Vorgeschichte hat. Der Täter, der jahrelang selbst Opfer war (Mobbing, sexuelle Gewalt) und irgendwann selbst nur noch explodieren kann oder der Ehepartner, der es nicht mehr ertragen kann belogen und betrogen zu werden.

Ein Zitat – von mir leicht abgewandelt:

Der eine Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war meist gar nicht der eigentliche Grund für die Tat – sondern die vielen Tropfen davor.

Wirft man heutzutage einen Blick in die Diskussionen in den Sozialen Netzwerken, dann kann man sehen, dass sehr viele normale Menschen ihre Hemmschwelle, zumindest verbal, sehr sehr schnell fallen lassen, dazu braucht es gar nicht mal viel.

Würden diese Menschen, wenn sie einem Täter gegenüberstehen, den letzten Schritt wagen oder eher doch nicht??

Man denke an den Fall Marianne Bachmeier, die 1981 im Saal des Landgerichtes Lübeck den Mörder ihrer 7jährigen Tochter mit 6 Schüssen tötete. Mit Sicherheit war Marianne Bachmeier keine klassische Mörderin und wäre es auch wahrscheinlich nie geworden. Es waren die Umstände, die sie dazu gemacht haben.

Ein gewisses Maß an Gewalt steckt in uns drin, ob wir wollen oder nicht.
Ob wir zum Mörder werden, entscheidet sich vielleicht in Sekundenbruchteilen.
Es braucht nur den richtigen Auslöser zur richtigen Zeit.

Quellen:
http://www.Statistika.com
www.Zeit.de
www.focus-online.de
www.galileo.tv
www.google.de

„Ich schenke Dir den Tod“ – Ralf Gebhardt
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So, nun wünsche ich Dir viel Glück und immer eine gute Körperbeherrschung. 😀

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