[Blog-Tour] Herbstlande – Aberglaube

Hallo und herzlich willkommen zum 3. Tag unserer Blogtour zu „Herbstlande“

Vorgestern gab es bei Nadja eine Buchvorstellung incl. einer Hörprobe, gestern hat Desiree die Charaktere vorgestellt und heute geht es bei mir um das Thema „Aberglaube“.

Vermutlich werden die meisten Leser jetzt sagen (oder denken), dass sie überhaupt nicht abergläubisch sind, dabei ist unser Leben voll mit „heidnischen Ritualen“ – wir merken es nur nicht mehr, da diese seit Ewigkeiten in unserem Alltag integriert sind.

Aber schauen wir uns doch zuerst einmal an, was Aberglaube überhaupt ist:

Der Begriff stammt aus dem mittelhochdeutschen und leitet sich aus den Worten „aber“ = verkehrt und „gloube“ oder „geloube“= Glaube ab.

Definition lt. Aberglaube.net:
Mit Aberglauben wurde eine Geisteshaltung bezeichnet, die von der christlichen Glaubenslehre abweicht, falsche Glaubensinhalte vermittelt und diese in ritueller Weise zelebriert. Vor allem seitens des Klerus wurde er als verwerflich, heidnisch und ketzerisch definiert. Die Christianisierung der Bevölkerung Europas war im Spätmittelalter zwar nahezu abgeschlossen, doch einige heidnische Vorstellungen und Rituale hielten sich im Volksglauben. Der Glaube an heilige Bäume und heilige Haine, das Sprechen von Zauberformeln, um entweder Schlechtes abzuwenden oder Gutes zu bewirken, sind hier beispielhaft zu nennen. Auch Amulette wurden wegen ihrer vermeintlichen Wirkung gerne getragen. Die Träger der Amulette sollten nicht nur gegen Schicksalsschläge geschützt sein, sondern das Glück sollte durch sie herbeigeführt werden.

Schon im Jahr 500 v. Christus befragte König Krösos das Orakel von Delphi um zu erfahren, ob er gegen die Perser Krieg führen soll. Die Römer haben später den Abfall vom echten Glauben als „Superstitio“ bezeichnet – als „Überglauben“. Durch den heiligen Augustinus bekam der Ausdruck dann einen dämonischen Charakter, indem nicht-christliche Religionen als „Superstitio“ bezeichnet wurden. Zum ersten Mal wurde der Begriff „Aberglaube“ im 12. Jahrhundert belegt und im 16. Jahrhundert wurde das Wort allgemein gebräuchlich und diente dem Klerus als Kampfbegriff gegen Häretiker und Ketzer.

Häresie (von altgriechisch αἵρεσις haíresis, „Wahl“, „Anschauung“, „Schule“) ist im engeren Sinn eine Aussage oder Lehre, die im Widerspruch zu kirchlich-religiösen Glaubensgrundsätzen steht. Der Begriff Häresie wird überwiegend in der katholischen Kirche benutzt.

Ein Ketzer ist laut Duden jemand, der „von der offiziellen Kirchenlehre abweicht“, oder allgemeiner jemand, der „öffentlich eine andere als die in bestimmten Angelegenheiten für gültig erklärte Meinung vertritt“. Der Glaube oder die abweichende Meinung des Ketzers wird als Ketzerei oder Häresie bezeichnet.

Auch heute, in unserer hochtechnisierten Welt, ist abergläubisches Verhalten noch sehr oft zu beobachten – es wird von uns nur nicht mehr als solches wahrgenommen. Abergläubisches Verhalten läuft fast immer auf den Abbau von Angst hinaus, egal ob es sich um das Herbeiführen von Glück oder um das Abwenden von eingebildeten oder echten Gefahren handelt. Der Ursprung dieser Rituale liegt in jedem Falle lange Zeit zurück.

Wir drücken anderen Menschen die Daumen oder klopfen auf Holz, wünschen Hals- und Beinbruch und verschenken zu Silvester Glücksbringer wie Hufeisen, Glücksklee oder Schornsteinfeger aus Marzipan. Den Ausdruck „Scherben bringen Glück“ kennt sicherlich jeder von uns und auch den, dass ein zerbrochener Spiegel 7 Jahre Unglück bringt. Und warum gratulieren wir eigentlich niemandem am Tag vor seinem Geburtstag? Wir blasen Geburtstagskerzen auf der Torte aus und wenn Sternschnuppen fallen, wünschen wir uns etwas. Diese Aufzählung könnte man durchaus noch um einige Punkte erweitern.

Gefühlsmäßig wird dem Aberglauben in der dunklen Jahreszeit viel mehr Bedeutung zugemessen, als in den hellen Monaten des Jahres. Warum ist das so?

Am 23.09. eines jeden Jahres ist die Herbst-Tagundnachtgleiche. An diesem Datum sind Tag und Nacht gleich lang und danach beginnt die dunkle Hälfte des Jahres, in der die Nächte länger sind als die Tage. Solchen Übergängen werden seit Jahrtausenden besondere, aber auch unheimliche Kräfte zugesprochen. Die Schleier zwischen den Welten sind dünner, die Übergänge durchlässiger, was Geistern den Zutritt zu unserer Welt gewährt. Um eben diese bösen Geister fern von Haus und Hof zu halten, wurden die Häuser mit Kräutern ausgeräuchert, die Türschwellen mit Abwehrsymbolen markiert und die Menschen trugen Amulette am Körper. Um Unglück von Bauernhöfen fern zu halten, wurden Eulen/Käuzchen ans Scheunentor genagelt, sie galten früher als Teufelsvögel.

Zwei heidnische (und somit abergläubische) Bräuche feiern wir noch heute sehr ausgiebig – und vermutlich wissen nur die wenigsten jungen Leute heutzutage, worauf sich diese Brauchtümer eigentlich zurückführen lassen.

Das Silvesterfeuerwerk/Jahreswechsel
Lt. Überlieferung glaubten die Germanen, dass der Kriegs-Gott Wotan mit seinem Teufels-Heer in der Silvesternacht sein Unwesen trieb. Der 31. Dezember liegt genau in der Mitte der „Rauhnächte“, die besonders lange und dunkel sind und so machte man in dieser Nacht so viel Lärm und Spektakel wie möglich und es wurden Holzräder angezündet um die Dunkelheit und somit die bösen Geister zu vertreiben. In unserer heutigen Zeit vertreiben wir die Dämonen mit Böllern und Silvesterraketen. Unsere guten Wünsche unterstreichen wir, indem wir miteinander auf ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr anstoßen. Das Klirren der aneinanderstoßenden Gläser soll die im Raum anwesenden Dämonen vertreiben. Anschließend wird dann mit Bleigießen noch in die Zukunft geschaut.

Übrigens soll man zwischen den Jahren keine frisch gewaschene Wäsche draußen auf der Leine trocknen, denn wenn Wotan ungezügelt durch die Lande reitet und er dabei an einer Wäscheleine hängen bleibt, wird er noch wilder und zorniger als er das sowieso schon ist.

Fastnacht
Früher glaubte man daran, dass böse Geister den Winter herbeigeführt haben und so verkleidete und maskierte man sich, um den Geistern Angst einzujagen. Sie sollen sich von dannen schleichen und den Winter wieder mitnehmen. Die einstmals bösartigen Masken und Verkleidungen wandelten sich in der Zeit der Christianisierung in lustige Karnevalskostüme und heute nutzt man die Fastnacht gerne, um sich noch einmal so richtig der Völlerei hinzugeben, denn an Aschermittwoch ist alles vorbei und es beginnt die 40tägige Fastenzeit.

Wenn man sich tiefer mit dieser Materie beschäftigt, dann findet man noch einige Brauchtümer, die wir von unseren Vorfahren übernommen haben und die auf heidnische Bräuche zurückgeführt werden können. Dank meiner Recherche für diesen Beitrag habe ich einiges an Wissen dazu bekommen.

Nun möchte ich Euch jedoch nicht länger an meinem Blog binden oder gar langweilen, so das ich meinen Beitrag an dieser Stelle beende. Ich hoffe es hat Euch bei mir gefallen.

In den nächsten Tagen hält die Tour noch auf den folgenden Blogs:

 

https://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de/
www.the-anna-diaries.de
http://nerds-gegen-stephan.de
www.phantastische-fluchten.blogspot.de
www.phantastisch-lesen.com
Http://lesenundmehr.wordpress.com
Https://diebuechernixe.wordpress.com
http://www.fantastische-buecherwelt.de/
http://www.chaoshoch4.de
www.fantasy-news.de

 

Seid gespannt auf die interessanten und vielfältigen Themen, die wir für Euch zusammengestellt haben.
Es gibt auch etwas zu gewinnen:

Zum einen gibt’s ein Herbstlande-Paket (bestehend aus signiertem Roman, Reisejournal & Coverposter) zu gewinnen, wenn ihr auf den jeweiligen Blogs einen Kommentar postet, in dem ihr die jeweils im Beitrag gestellte Gewinnspiel-Frage beantwortet.

Zum anderen gibt’s ein zweites Paket auf der Facebook-Seite der Herbstlande zu gewinnen.

Dafür liked bitte sowohl die FB-Seite als auch den entsprechenden Gewinnspiel-Beitrag und kommentiert ihn. Vielleicht habt ihr auch Lust, ihn auf FB zu teilen – das ist kein Muss, würde uns aber natürlich freuen!

Meine Frage lautet:
Wenn Du eine Sternschnuppe fallen siehst – wünschst Du Dir dann etwas?

Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel:

Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein oder das Einverständnis eurer Erziehungsberechtigten besitzen.

Es muss uns möglich sein, dich zu kontaktieren. Du musst damit einverstanden sein, dass dein Name im Fall eines Gewinns veröffentlicht wird.

Eine mehrfache Teilnahme auf ein und demselben Blog ist ausgeschlossen, ebenso wie ein doppelter Gewinn. Der Rechtsweg ist ebenfalls ausgeschlossen.

Eine Teilnahme am Gewinnspiel ist nur innerhalb von Deutschland möglich. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Wir übernehmen keine Haftung für den Verlust des Gewinns auf dem Postweg.

Das Gewinnspiel beginnt am 28. August 2017 und endet am 9. September um 23:59 Uhr.

Viel Glück und vor allem viel Spaß beim Entdecken einer ungewöhnlichen Anderswelt!

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14 Antworten zu [Blog-Tour] Herbstlande – Aberglaube

  1. Manuela Hahn schreibt:

    Guten Morgen Babsi,
    ein schöner Artikel. Ich habe das Buch ja schon, deswegen spiele ich nicht mit ;o)

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  2. Petra Berger schreibt:

    ein sehr schöner und ausführlicher Beitrag. Es schon interessant, was einem alles zu Herbst einfällt,wenn man sich einmal Gedanken macht. Ich wünsche mir nichts bei einer Sternschnuppe, ich kann aber auch nicht sagen, ob ich schon jemals eine bewusst gesehen habe

    Gefällt 1 Person

    • Babsi schreibt:

      Guten Morgen!

      Ja, ich hätte noch sehr viel ausführlicher werden und in die Tiefe gehen können, aber das will ja dann niemand mehr lesen. Ich hab auf jeden Fall wieder einiges gelernt – das ist für mich immer die schönste Sache an so einem Beitrag. 🙂

      Wünsche Dir einen schönen Donenrstag
      Gruß Babsi

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  3. Anja B. schreibt:

    Guten morgen,
    hm, ich sehe leider selten Sternschnuppen fallen, gestehe ich. Aber ja, dann wünsch ich mir schon was. Aber ich weiß garnicht, ob die Wünsche auch schon in Erfüllung gegangen sind. Ich glaub, ich weiß garnicht mehr, was ich mir gewünscht habe 😀
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

    Gefällt 1 Person

    • Babsi schreibt:

      Hallo Anja,
      herzlichen Dank für Deinen Besuch und den Beitrag. Ich kann mich noch an einen Wunsch erinnern, den ich beim „Absturz“ einer Sternschnuppe gehabt habe – leider ging er nicht in Erfüllung.

      LG und einen schönen Sonntag
      Babsi

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  4. Katja schreibt:

    Hallo und vielen Dank für diesen schönen Blogtour-Beitrag! Ich liebe es, den Sternenhimmel anzusehen, und wenn ich eine Sternschnuppe sehe, dann wünsche ich mir immer auch etwas.

    Viele liebe Grüße
    Katja

    Gefällt 1 Person

  5. karin schreibt:

    Hallo und guten Tag,

    ja ich bin ein Fan von Sternschnuppen und versuche sogar, wenn es in der Zeitung steht mich extra wach zu halten um mal eine zu entdecken….grins…

    War sogar im Sternenpark in der Rhön im Juli diesen Jahres, weil man da extrem toll (ohne Umweltverschmutzung und artfremdes Licht) die Sterne beobachten kann.

    Und klar wünsche ich mir auch etwas…muss einfach sein…grins…

    LG..Karin…

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    • Babsi schreibt:

      Hallo Karin,

      herzlichen Dank für Deinen Besuch und den Kommentar. Ja, das mit der Lichtverschmutzung ist nicht so schön, wenn man den Himmel betrachten möchte. Wir wohnen hier auf dem Land und da ist es noch erträglich.

      LG Babsi

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  6. SaBine K. schreibt:

    Hallo,

    wenn ich eine Sternenschnuppe sehen würde, würde ich mir auch etwas wünschen. Schaden kann es ja nicht. 🙂

    LG
    SaBine

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    • Babsi schreibt:

      Hallo Sabine,
      danke für Deinen Besuch.

      Nein, schaden kann und wird es sicherlich nicht, wenn man sich bei einer Sternschnuppe etwas wünscht.

      LG und ein schönes Wochenende
      Babsi

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  7. aleshanee75 schreibt:

    Guten Morgen Babsi!

    Ein toller Beitrag und du hast so recht, auch wenn man im ersten Moment spontan den „Aberglauben“ abtut, benutzen wird doch immer wieder Rituale wie auf Holz klopfen und ähnliches. Das macht man einfach ganz automatisch. Mir ist das selber schon oft bei mir selbst aufgefallen, auch dass man manche Dinge tut oder eben nicht tut, weil es irgendwelche Auswirkungen hatte und man befürchtet, dass das dann wieder passiert. Kann ich jetzt schlecht beschreiben, aber mir fällt so spontan kein beispiel dazu ein.

    Bei einer Sternschnuppe, ja, ich würde mir auf jeden Fall etwas wünschen. Ob ich jetzt daran so wirklich glaube weiß ich gar nicht, aber ich denke, wenn man fest an etwas glaub und überzeugt ist, wird es sich eher erfüllen, als wenn man gar nicht dran glaubt. Wobei wir wieder beim Aberglauben wären *lach*

    Kennst du übrigens das mit der Wimper? Wenn einem eine Wimper ausgeht, dann pustet man sie auf dem Finger weg und wünscht sich was 😀

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

    • Babsi schreibt:

      Hallo Aleshanee,
      danke für Deinen Besuch und den Kommentar.

      Ja, das mit der Wimper kenne ich. Bei mir selbst habe ich – glaube ich – noch nie eine ausgefallene Wimper gefunden, bei anderen Leuten schon. Aber dann dürfen sich ja die „Besitzer“ was wünschen und nicht ich *lach*

      Wünsche Dir ein schönes Wochenende, hier regnet es wie aus Eimern.
      LG Babsi

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