Moorfeuer (Nicole Neubauer)

Moorfeuer

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373410212X
ISBN-13: 978-3734102127
Preis Taschenbuch: 9,99 €
Preis Kindle Edition: 8,99 €
Preis MP3-CD: 14,99 €

Klappentext:

Wenn die Osterfeuer brennen, ist es zu spät …

In der Einsamkeit eines alten Moors verbrennt eine Frau wie auf einem Scheiterhaufen, um den Hals trägt sie ein mysteriöses Amulett. Hauptkommissar Waechter und sein Team von der Münchner Mordkommission werden zu dem Fall hinzugezogen und müssen feststellen, dass die bisherigen Indizien mehr als dürftig sind: Eine Brandstelle. Eine Leiche. Hinweise auf Fremdverschulden. Die einzige Spur führt sie schließlich zu einem verfallenen Bauernhaus, aus dem die Tote tags zuvor verschwunden war, und in dem der Geist eines kleinen Mädchens spuken soll. Wer hasste die Frau so sehr, um sie derart grausam zu töten?

Rezension_flower-4

Hexenverbrennung im Freisinger Moor

Im Freisinger Moor wurde in den frühen Morgenstunden ein Feuer abgebrannt. Auf dem Scheiterhaufen liegt eine verbrannte Frau, um ihren Hals trägt sie ein merkwürdiges Amulett. Alle Umstände weisen darauf hin, dass hier eine Hexenverbrennung stattgefunden hat – aber der Zeitpunkt der Tat liegt im 21. Jahrhundert.

Kommissar Waechter und sein Team ermitteln, gemeinsam mit der Münchener Kriminalpolizei, und müssen sich mit okkulten Dingen wie Hexenbanner, Energieheilung und einem lange zurückliegenden Mord beschäftigen.


„Moorfeuer“ ist der 2. Krimi aus der Feder von Nicole Neubauer um das Team von Kommissar Waechter. Ich kenne den Vorgänger „Kellerkind“ nicht, konnte das Buch aber auch ohne Vorkenntnisse gut lesen. Einzig die private Situation der Kommissare wird im Vorgänger etwas näher erläutert, aber mir fehlte das Wissen nicht, um diesen Krimi zu verstehen.

Wie in jedem anderen Krimi auch, tragen hier die Kommissare auch ihre ganz privaten Probleme mit sich herum. Diese beeinflussen ihre Arbeit auf die eine oder andere Weise.

Michael Waechter lebt ziemlich zurückgezogen, mag keinen Besuch in seiner Wohnung und nach und nach erschließt sich dem Leser, warum das so ist. Als Polizeibeamter ist er eher der korrekte Typ, was aber nicht bedeutet, dass er nicht auch mal „unter dem Radar“ Recherchen betreibt, die den aktuellen Fall eventuell vorantreiben könnten. So beschäftigt er sich mit lange zurückliegenden Dingen aus dem Leben des Mordopfers. Irgendwo muss der Schlüssel zum Fall ja zu finden sein.

Hannes Brandl ist ein ziemlich sperriger Typ. Eher ein militanter Einzelgänger als ein Teamplayer, meiner Meinung nach auch gar nicht wirklich teamfähig und so bringt er sich während der Ermittlungen auch gerne mal in Gefahr (was seine Kollegen dann letztendlich ausbaden müssen). Als Ermittler eigentlich ein ganz origineller Typ, aber von Anfang an berechenbar in seinen Handlungen. Ich hoffe jedoch, dass im richtigen Leben solche Menschen gar nicht zum Polizeidienst herangezogen werden. Auch in seinem Privatleben ist er gerne Soloplayer und so ebenso wenig beziehungstauglich wie teamfähig.

Mit Kommissarin Elli bin ich nicht so richtig warm geworden. Sie hat aber auch eher eine nachgeordnete Rolle, neben Hannes und Waechter.

Das Mordopfer Eva Nell hat sich vor ihrem Tod mit Energieheilung beschäftigt, um sich finanziell über Wasser zu halten. Hat sie einem Kunden Schaden zugefügt und möchte sich deswegen jemand an ihr rächen? Oder hat ihr Ex-Mann gar einen Nutzen von ihrem Tod?

Evas Tochter Maret lebt mit ihrem Mann Sebastian und ihrer kleinen Tochter auch auf dem Hof. Profitiert Maret vielleicht vom Tod ihrer Mutter?

Und dann gibt es noch den Untermieter Dennis, der in einer kleinen Wohnung wohnt und Maret ab und zu Gesellschaft leistet, wenn ihr Mann mal wieder nicht zu Hause ist. Könnte er etwas mit der Tat zu tun haben?

Der Schreibstil von Nicole Neubauer ist angenehm locker. Einige Beschreibungen sind sehr bildhaft, wie z. B.

„Der Wein war lauwarm und schmeckte nach Urin mit Gummibärchenaroma“

und oftmals blitzt ein Funke Humor durch, den ich durchaus teilen kann.

Ein klein wenig gestört hat mich, dass die Wechsel zwischen den Perspektiven sehr schnell gingen und ich manchmal im Lesefluss den Übergang nicht bewusst wahrgenommen habe. So hatte ich dann ab und an einen A-ha-Moment wenn ich dachte ich wäre im Waechter-Strang und tatsächlich bei Hannes war, oder anders herum.

Die persönlichen Probleme der Ermittler standen mir manchmal zu sehr im Vordergrund, aber sie waren ausschlaggebend für die eine oder andere Handlung und von daher gerade noch tolerabel. Mehr hätte es aber tatsächlich nicht sein dürfen.

Dadurch, dass alle Protagonisten ein merkwürdiges Verhalten an den Tag legen, könnte jeder von ihnen der Täter sein. Es stellt sich schnell ein Gedanke ein, wer es denn tatsächlich gewesen ist, aber irgendwie fehlt einem zum potentiellen Täter noch das Motiv. Die Auflösung des Ganzen gibt es dann auch tatsächlich erst ganz zum Ende des Krimis.

Zum Schluss des Buches sieht es so aus, als ob sich das Team Waechter auflösen könnte und jeder in Zukunft seine eigenen Wege geht. Dem entgegen steht aber die Aussage von Nicole Neubauer, dass es noch einen 3. Krimi mit Waechter & Co. geben wird.

4_verkleinert Berner

Stadt-Land-Challenge: Neubauer / Moorfeuer / Maret / München

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2 Antworten zu Moorfeuer (Nicole Neubauer)

  1. Yvonne schreibt:

    Ich esse wohl dann erst mal keine Gummibären mehr…….

    Gefällt mir

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