Lichtblaue Sommernächte (Emily Bold)

lichtblaue

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (7. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548287069
ISBN-13: 978-3548287065
Preis: 9,99 €

Klappentext:

Lauren war sich so sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit ihrem Mann Tim und den beiden Kindern wohnt sie in einem süßen, kleinen Haus in Vermont und will sogar ihr Studium wieder aufnehmen. Bis der Schicksalsschlag kommt: Diagnose Hirntumor. Lauren will kämpfen, will nicht aufgeben, will bleiben. Aber die Krankheit ist stärker. Laurens Zustand verschlechtert sich. Kann es nicht auch eine Lösung sein, wenn sie selbst entscheidet, wann sie das Leben loslassen wird? Aber wie soll sie das ihrer Familie klarmachen? Ihren Eltern und ihren Kindern? Nach und nach begreift Lauren, dass man mit allem seinen Frieden schließen kann.

Rezension_flower-4

Ich möchte meiner Rezension vorne anstellen, dass ich diesem Buch gerne 10 Sterne geben würde und nicht die üblichen 5 (aber leider lässt das weder Amazon noch andere Rezensions-Plattformen zu). 

Am Wochenende habe ich mich mit Menschen aus meinem direkten Umfeld unterhalten und erzählt, dass ich bei diesem Buch von (fast) der ersten bis zur letzten Seite nur geheult habe. Man stellte mir die Frage „Warum liest Du so ein Buch? Warum tust Du Dir das an?“

Ist es nicht gerade das, was ich von einem guten Buch erwarte? Dass es mich berührt, dass es mich mitnimmt in das Leben seiner Charaktere. Wenn ich Lachen und/oder Heulen kann, dann ist es für mich ein richtig gutes Buch! Auch oder gerade dann, wenn ich über 380 Seiten die Tränen aus den Augen wischen muss. 

Emily Bold hat mit „Lichtblaue Sommernächte“ ein Thema aufgegriffen, das jeden von uns morgen treffen kann. Lauren bekommt im Alter von 35 Jahren die Diagnose „Hirntumor“ und das Leben der Familie wird nie mehr sein, wie es vorher war. 

Anhand des Klappentextes weiß man schon, worauf man sich einlässt. Lauren ist glücklich verheiratet mit Tim, ihre Kinder sind 13 und 5 Jahre alt, als sie ihre Familie verlassen muss. Bevor sie aber die Kontrolle über ihren Körper verliert, ihren Mann und ihre Kinder nicht mehr erkennt, möchte sie selbst entscheiden wann und wie sie sterben wird. 

Der Prolog ist ein Ausschnitt aus dem letzten Kapitel des Buches. Zu diesem Zeitpunkt weiß der Leser aber noch nicht, was ihm diese Zeilen sagen sollen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Die Geschichte beginnt an einem lauen Sommerabend, an dem Lauren mit ihrer Familie und ihren besten Freunden ein letztes Mal glücklich sein möchte. Es ist der Abend vor ihrem (selbst gewählten) Todestag. Sie alle haben versprochen nicht zu weinen, um die Situation nicht noch zu erschweren. Aber kann man ein solches Versprechen halten, wenn die Ehefrau, Mutter, Tochter oder beste Freundin ab morgen nicht mehr da sein wird? 

In dieser lichtblauen Sommernacht erinnern sie sich gemeinsam an die letzten Jahre. In Rückblicken sieht der Leser das Leben von Lauren – beginnend an dem Tag, als sie und Tim sich zum ersten Mal begegnet sind. Ihre Partnerschaft, Hochzeit, die Geburt ihrer Kinder, glückliche und weniger glückliche Zeiten und immer wieder diese Kopfschmerzen ….. die sich irgendwann nicht mehr nur mit Tabletten in den Griff bekommen lassen. Dann die Diagnose, der Schock und die Hilflosigkeit, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit und all die Symptome, mit denen ein Hirntumor Einfluss auf das tägliche Leben nimmt. Lauren ist stark und tapfer und hat doch keine Chance gegen das Glioblastom in ihrem Kopf. 

Wie fühlt sich die beste Freundin, der Bruder, die 13jährige Tochter oder die Eltern von Lauren? Versteht die kleine 4jährige Alyssa überhaupt um was es geht? All das erfährt der Leser in kleinen immer wiederkehrenden Einschüben, die sich auf das Hier und Jetzt beziehen. 

Wie kann ein so trauriges Buch so „schön“ geschrieben sein? Ja, es mag vielleicht ein Widerspruch sein, aber ich habe es genau so empfunden. Die Story wünscht man seinem ärgsten Feind nicht – der Schreibstil von Emily Bold jedoch ist wunderschön. Sie beschreibt die Personen und Situationen so authentisch, dass man glaubt man sitze in dieser Runde dabei und hört zu, was die einzelnen Personen zu erzählen haben.

Ich habe dieses Buch in knapp 5 Stunden am Stück gelesen, das ist mir schon lange nicht mehr passiert. Und wie eingangs erwähnt, habe ich das ganze Buch durch die Tränen aus den Augen gewischt. 

Wenn alle Bücher von Emily Bold so schön geschrieben sind, dann werde ich jedes einzelne lesen!

5_verkleinert Berner

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6 Antworten zu Lichtblaue Sommernächte (Emily Bold)

  1. Yvonne Hantschel schreibt:

    Ein sehr schöne Rezension Babsi. Für dieses Buch werde ich mir eine passende Gelegenheit aussuchen zum Lesen. Nur mal schnell so nebenbei wird wohl nicht funktionieren und ich steh bestimmt schön blöd da, wenn ich z.B. in der Schule erklären muss, warum ich Rotz und Wasser heule……
    LG Yvonne

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  2. Friedelchen schreibt:

    Ich muss echt sagen, dass ich beim Lesen deiner Rezension schon fast weinen musste. Allein die Vorstellung, zu wissen wann der letzte Tag ist und den Mann und die Kinder zurückzulassen, nimmt mich emotional sehr mit. Ich glaube, für dieses Buch muss man im richtigen emotionalen Zustand sein, sonst scheint mir das Thema doch sehr schwer ertragbar.

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    • JanaBabsi schreibt:

      Ja, das Thema ist nicht einfach.

      Loren hatte nur 2 Möglichkeiten: Entweder die Krankheit nimmt ihr ihre Persönlichkeit oder sie stirbt mit Würde. Ich hätte mich auch für die Würde entschieden.

      Liebe Grüße
      Babsi

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