An den Ufern des Bosporus (Theresa Révay)

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Erscheinungstermin: 01.10.2014
Bestellnummer: 132564014
EAN: 206004132564
Seitenzahl: 448
Verlag: Belfond

Eine dramatische Liebesgeschichte zwischen Orient und Okzident. Istanbul, 1918. Die Stadt ist nach Ende des 1. Weltkriegs von den Siegermächten besetzt, das einst glanzvolle Osmanische Reich scheint dem Untergang geweiht. Hier lebt die gebildete Leyla Hanim. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrer Familie in einem traditionellen Harem. Die moderne Welt fasziniert und irritiert sie zugleich. Mit ihrem Bruder engagiert sie sich im Widerstand, wo sie ihrer großen Liebe begegnet: dem deutschen Archäologen und Revolutionär Hans. Die beiden wissen, dass ihre Liebe nicht sein darf. Und doch kreuzen sich ihre Wege immer wieder unter schicksalhaften Umständen. Kann es für ihre Liebe eine Zukunft geben?

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Das Buch beginnt im November 1918 in Istanbul.

Das Osmanische Reich hat den großen Krieg verloren. Am 30. Oktober wurde der Waffenstillstand mit England unterzeichnet. Istanbul (damals Stambul) wurde von den Siegermächten aufgeteilt und besetzt – Italien besetzte Üsküdar, England die Viertel Pera und Galata, Frankreich das alte Viertel von Stambul und Griechenland besetzte Phanar.

Um die Militärs und Beamten in den von ihnen besetzten Stadtteilen unterzubringen wurden einfach Häuser beschlagnahmt – so auch das prächtige Stadthaus von Selim und seiner Frau Leyla. Das Haus wird nach traditioneller Art und Weise geführt.

Der französische Offizier Kapitän Louis Gardelle zieht in den für Männer reservierten Teil des Stadthauses. Die Familie von Selim arrangiert sich in dem Teil der bisher ausschließlich den Frauen vorbehalten war.

Obwohl man auf verschiedenen Seiten steht entwickelt sich zwischen Selim, Leyla und dem französischen Offizier eine Freundschaft.

Orhan, der Bruder von Leyla, studiert in Berlin Archäologie, kehrt aber nach Hause zurück um sich freiwillig zur Armee zu melden. Aufgrund eines Lungenleidens wird sein Gesuch jedoch abgelehnt. Daraufhin schließt er sich dem Untergrund an. Bei dem Versuch einem Engländer seine Mappe mit Informationen zu entreißen wird der 39jährige deutsche Revolutionär Hans Kästner angeschossen. Da das Konak (Stadthaus) seiner Schwester naheliegend ist, bringt Orhan den verletzten Hans zu Leyla. Diese hält ihn versteckt und pflegt ihn gesund. Sie spüren, daß sie füreinander bestimmt sind aber unter den derzeitigen Umständen hat ihre Liebe keine Chance.

Als ihr Mann für längere Zeit ins Ausland reist, schließt auch Leyla sich dem Widerstand an und beginnt Artikel für Zeitungen zu schreiben. Nachdem ihr Name auf einer Fahndungsliste erschienen ist, muss sie Hals über Kopf untertauchen und begegnet Hans wieder. Sie genießen einige Tage unbeschwertes Zusammensein bis ein Telegramm ihres Mannes eintrifft, dass ihre Anwesenheit zu Hause dringend notwendig wäre.

Monate später wird Selim zu Verhandlungen nach Berlin geschickt und Leyla begleitet ihren Mann. In Berlin trifft sie sich mit Hans, der wie früher an der Universität Vorträge hält. Erneut wird ihr Zusammensein durch einen Schicksalsschlag verhindert.

Gibt es denn überhaupt eine Chance für ihre Liebe ??

Mein Fazit:

Ich habe in den letzten Wochen mehrere Romane in der Zeit um den 1. Weltkrieg gelesen. In allen Romanen war der Krieg jedoch nicht vordergründiges Thema sondern mehr oder weniger nur Beiwerk zur Geschichte der Protagonisten.

Im Roman „An den Ufern des Bosporus“ steht der Krieg im Vordergrund und die Schicksale der Protagonisten weben sich passgenau in die Geschichte hinein.

Da ich mich bisher nicht näher für die Zeit nach dem 1. Weltkrieg im Orient interessiert habe, gab es jede Menge Informationen diesbezüglich, die für mich nicht immer auf Anhieb verständlich waren was den Lesefluss ein klein wenig gebremst hat. Die Lebensweise und strengen Traditionen wurden jedoch sehr gut erklärt und haben mir einiges nähergebracht.

Die Protagonisten machen im Laufe der Zeit alle eine starke Entwicklung durch, mal positiv, mal negativ, das Hauptaugenmerk liegt aber auf Leyla und ihrer großen Liebe Hans.

Im Anhang des Buches befindet sich ein Glossar mit der Übersetzung der im Buch gebrauchten Bezeichnungen des Osmanischen Reichs.

Ich hatte mit einem Happy End für alle Protagonisten gerechnet. Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt und das Buch endet mit einem traurigen Schluss. Auf den letzten Seiten stand mir teilweise das Wasser in den Augen. Ein solches Ende hatte ich nicht erwartet – es sind aber keine Fragen mehr offen.

Es ist keine Lektüre die sich locker von der Hand liest, zumindest nicht bei mir, aber dieses Buch klang eine ganze Weile in mir nach. Ich bin dankbar, daß ich in einer Zeit leben darf in der mein Heimatland in keinen Krieg verstrickt ist.

Zitat (S. 143)
Um zu wissen, wohin man geht, darf man nie vergessen, wo man herkommt, nicht wahr?“

Vielen Dank an Theresa Révay und Club Bertelsmann, daß ich dieses Buch vor Erscheinungstermin lesen und rezensieren durfte.

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