Die Australierin (Ulrike Renk)

Australierin

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2 (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746630029
ISBN-13: 978-3746630021

Von Hamburg nach Sydney
Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie heiraten, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Großneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten großen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch. Emilia beschließt, mit ihm zu reisen. In Südamerika kommt ihr erstes Kind zur Welt, in Hamburg das zweite. Doch sie haben ein anderes Ziel: Australien. Die spannende Geschichte einer Auswanderung, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Das Leben der Emilia Lessing geb. Bregartner 

Der Roman beginnt im Jahr 1842, Emilia ist 6 Jahre alt, ihre Mutter Anna liegt in den Wehen und Hamburg brennt. Es handelt sich um den „Großen Brand“ vom 05. – 08. Mai, bei dem mehr als ein Viertel des Hamburger Stadtgebietes verbrannt ist. Die Flammen waren kilometerweit zu sehen –auch im Hamburger Stadteil Othmarschen, der Heimat der Bregartners.

Martins Bruder Hinrich und seine Frau Wilhelmina haben durch das Feuer alles verloren was ihnen lieb und teuer war und so ziehen sie mit ihren Dienstboten nach Othmarschen. Auf engem Raum leben die beiden Familien fast 2 Jahren zusammen. Zum 8. Geburtstag von Emilia beschließen Anna und Martin Bregartner in England in den Überseehandel einzusteigen und ….. sie lassen Emilia bei Tante Wilhelmina und Onkel Hinrich in Othmarschen zurück.

Emilia wächst nun unter der strengen Aufsicht ihrer Tante heran und als es Zeit wird für Emilia einen standesgemäßen Ehemann zu suchen entwickeln sich die Dinge anders als von Tante und Onkel geplant. Emilia verliebt sich in einen einfachen Kapitän.

Als sie 19 Jahre alt ist heiratet Emilia Bregartner den Kapitän Carl Gotthold Lessing gegen den Willen ihrer Familie.

Mein Fazit:

Begehe ich einen Faux Pas wenn ich meine Rezension mit einem negativen Punkt beginne? Ich weiß es nicht. Es ist aber auch der einzige negative Punkt den ich zum ganzen Buch aufzulisten habe – von daher stelle ich ihn vorne an.

Der Titel „Die Australierin“ ist ein klein wenig irreführend, denn mit Australien hat das Buch erst ziemlich gegen Ende zu tun. Wer das Buch nur kauft weil er/sie glaubt die Handlung spiele überwiegend in Australien, wird hier vielleicht enttäuscht sein.

Trotzdem steckt hinter diesem Titel ein wundervolles Buch nicht zuletzt dank der hervorragenden Recherche der Autorin Ulrike Renk. Der Roman um die Lebensgeschichte von Emilia und Carl Gotthold Lessing beruht auf Tatsachen, die beiden haben tatsächlich so gelebt und ihre Geschichte wurde nur ein wenig ausgeschmückt um daraus dieses wundervolle Buch entstehen zu lassen.

Durch die Zusammenlegung der Haushalte von Martin und Hinrich Bregartner wird man am Anfang des Buches mit recht vielen Charakteren bekannt gemacht. Alle Personen sind so beschrieben, daß eine Zuordnung leicht fällt. Das ist nämlich einer meiner Schwachpunkte – tauchen direkt am Anfang des Buches viele Charaktere auf einmal auf, brauche ich eine gewisse Zeit alles zu sortieren. Aber hier fiel es mir echt nicht schwer die Familienangehörigen und die Dienstboten beider Familien auseinanderzuhalten.

Für Emilia ist es sicher nicht leicht achtjährig von ihren Eltern bei Onkel und Tante zurückgelassen zu werden aber sie entwickelt sich zu einer charakterstarken Frau die weiß was sie will und die ihre Ziele verfolgt – auch wenn sie sich deswegen mit ihrer Familie entzweit. Für sie war es wichtiger ihrem Herzen zu folgen als mit einem Mann verheiratet zu werden der zwar standesgemäß ist, mit dem sie aber sonst nichts verbindet.

Emilia begleitet ihren Mann auf große Fahrt und ihr 1. Kind kommt auf dem Schiff zu Welt  – fernab von Arzt und Hebamme, nur mit Hilfe des Schiffskoch (weitere 7 Kinder folgen, mal zu Schiff und mal zu Land geboren).

Erst als die Dampfschiffe die Frachtsegler so langsam verdrängen und die Aufträge für Carl Lessing immer weniger werden, lassen sie sich in Australien nieder.

Das Buch ist so geschrieben, daß man es eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen möchte bevor man am Ende angelangt ist.

Vielen Dank Ulrike Renk, daß Du die Geschichte von Emilia und Carl Lessing in dieser Form aufgeschrieben hast. So machen Biografien Spass.

Ich hoffe, daß es irgendwann eine Fortsetzung gibt.

Ganz besonders möchte ich mich noch einmal beim Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar, ganz besonders aber bei Dir liebe Ulrike, für die persönliche Widmung bedanken. Wie schon an anderer Stelle geschrieben sind Bücher für mich so eine Art „Heilige Kühe“ – deswegen wird dieses Buch mein Bücherregal nie mehr wieder verlassen.

Ulrike Renk

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