Das Maikäfermädchen (Gina Mayer)

maikaefer

„Maikäfer flieg – der Vater ist im Krieg“ Sommer 1945. Deutschland liegt in Trümmern, von Düsseldorf sind nur noch Ruinen übrig. Die Hebamme Käthe Mertens leidet unter der Trennung von ihrem Mann Wolf, der im Krieg verschollen ist. Eines Nachts taucht eine junge Frau bei ihr auf. Ingrid ist schwanger und völlig verstört. Sie will Käthe nicht sagen, wer der Vater ihres Kindes ist, sondern summt immer nur die Melodie von „Maikäfer flieg“. Käthe zögert nicht lange, sie hilft Ingrid, indem sie in einer halb zerstörten Arztpraxis eine Abtreibung vornimmt. Ingrid verschwindet nach dem Eingriff spurlos, aber wenige Wochen später erscheint ein anderes junges Mädchen bei Käthe, das ebenfalls schwanger ist. Zusammen mit ihrer Freundin Lilo beschließt Käthe, bedrängten Frauen zu helfen – trotz der Gefahr, als „Engelmacherin“ im Gefängnis zu landen. Dann taucht Ingrid wieder auf, erneut schwanger, und beginnt Käthe zu erpressen. Die berührende Geschichte zweier Frauen im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland – ein Roman über Suche, Wahrheit und die Kraft, sein Leben zu meistern.

Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (20. August 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3352008434
ISBN-13: 978-3352008436

Nachkriegsdeutschland – 1945 – Düsseldorf

Die Mittvierzigerin Käthe Mertens ist Hebamme. Da ihr Mann Wolf als in Russland vermisst gilt, muss sie sich alleine durchschlagen. Das Leben in dieser Zeit ist hart und Nahrungsmittel knapp. Als Käthe eines Tages in einer Schlange ansteht um Lebensmittel gegen Marken einzutauschen, spricht sie ein junges Mädchen an – sie bietet einen Pelzmantel gegen eine Abtreibung. Obwohl sich alles in Käthe gegen dieses Vorgehen sträubt, geht sie auf den Handel ein – und damit beginnt ihre Zeit als „Engelmacherin“.

Zufällig begegnet sie ihrer früheren Freundin und Arbeitskollegin Lilo wieder, die gelernte Krankenschwester ist. Käthe hat gerade bei eine Abtreibung durchgeführt bei einer Frau, die schon auf eigene Faust versucht hatte sich des Kindes zu entledigen und sich dabei sehr schwer verletzt hat. Ohne Medikamente wird sie vermutlich nicht überleben. Lilo kommt hinter Käthe’s Geheimnis, sie hat Kontakte zu Sergeant Samuel Winston, der wiederum kann die Medikamente besorgen. Die geschäftstüchtige Lilo wittert die Chance darauf ihre Familie ernähren zu können – für Käthe ist der Gedanke an ihre zukünftige „Arbeit“ ein einziger Alptraum. Fortan assistiert Lilo als Narkoseärztin und Käthe nimmt die Abtreibungen vor.

Das Leben von Käthe und Lilo sowie deren Familie ist nun eng miteinander verbunden. Die große Gefahr und die Angst aufzufliegen ist übermächtig.

Die Autorin Gina Mayer versteht es den Leser ins Jahr 1945 mitzunehmen. Die Umstände damals sind hervorragend recherchiert. Obwohl ich erst viele Jahre nach Kriegsende geboren bin kann ich mir beim Lesen des Buches sehr gut vorstellen wie die Menschen damals gelebt haben und wie sie um ihr Überleben gekämpft haben und teilweise Dinge getan haben (tun mussten?!), die sie unter anderen Umständen verurteilt hätten.

Mein Fazit:
Ein Buch das man nur schwer wieder aus der Hand legen kann bevor man es komplett gelesen hat.

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